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Produktion und Förderung

Studie: Landwirte spritzen sparsam

von , am
14.12.2012

Fünf Jahre lang untersuchte das Julius-Kühn-Institut den bundesweiten Einsatz von Pflanzenschutzmitteln - mit dem Ergebnis, dass Landwirte Pflanzenschutzmittel maßvoll einsetzen.

Auf der Substitutionsliste der EU sind 77 Wirkstoffe zu finden. © agrar-press
Das Julius Kühn-Institut (JKI) veröffentlichte nun die Daten einer 5-jährigen Erhebungen aus deutschem Vergleichsbetriebsnetz Pflanzenschutz. In Vergleichsbetrieben im gesamten Bundesgebiet sind die Anwendungen von Pflanzenschutzmitteln in Winterweizen, Wintergerste, Winterraps, Kohl, Möhren, Zwiebeln und Spargel sowie Apfel, Wein und Hopfen erfasst worden. Die Ergebnisse der fachlichen Bewertungen durch Experten der Pflanzenschutzdienste der Länder zeigten, dass die Maßnahmen überwiegend gezielt und maßvoll erfolgten. Im Erhebungszeitraum konnte keine Zunahme der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln festgestellt werden konnte. Die Werte schwanken von Jahr zu Jahr, allerdings nur moderat beispielsweise wegen unterschiedlicher Witterungsbedingungen.
 

Landwirte sparen Mittel ein

Laut den Studienergebnissen wird auf regionale Besonderheiten beim Auftreten von Pilzkrankheiten oder Insekten reagiert, also nicht pauschal gehandelt. "Die Betriebe führen bis auf wenige Ausnahmen die Behandlungen mit Augenmaß durch und versuchen sogar Mittel einzusparen, indem sie  nicht mit der vollen Aufwandmenge spritzen", sagt Prof. Dr. Bernd Freier vom Julius Kühn-Institut. So werden z. B. im Winterweizen die Aufwandmengen für Herbizide, Fungizide und Wachstumsregler im Durschnitt um 30 Prozent, 42 Prozent bzw. 56 Prozent reduziert. Dies spart dem Landwirt Geld, Risiken für die Umwelt werden reduziert.
 

Einsatz unterscheidet sich regional

"Zwischen den Betrieben innerhalb der Regionen stellen wir bezüglich der Behandlungsintensität erhebliche Unterschiede fest", berichtet Freier weiter. Dies ergebe sich jedoch vorrangig aus dem unterschiedlichen Auftreten der Schaderreger und sei nicht auf das Verhalten der Landwirte zurückzuführen. Der Anteil der Pflanzenschutzmittelanwendungen, die dem notwendigen Maß entsprachen, lägen im Durchschnitt der fünf Jahre und aller Kulturen immerhin bei 90 Prozent. Im Einzelnen lagen bei Winterweizen 89 Prozent, bei Wintergerste 90 Prozent, bei Winterraps 87 Prozent, bei Freilandgemüse 88 Prozent, im Tafelapfel-Anbau 94 Prozent, im Weinbau 97 Prozent und im Hopfenbau 94 Prozent der Pflanzenschutzmittelanwendungen im Bereich des notwendigen Maßes.
 

Einsparpotential bei Insektiziden

"Einsparpotenziale zeigten sich bei Insektizidanwendungen in den drei Ackerkulturen Winterweizen, Wintergerste und Winterraps", interpretiert Freier die Ergebnisse, "wichtig sei am Ende allerdings, dass man sich nicht nur die Zahl der Anwendungen anschaut, sondern auch die mit einzelnen Pflanzenschutzmitteln verbundenen Risiken, z. B. für die Umwelt."

Seit der Etablierung des "Netzes Vergleichsbetriebe Pflanzenschutz" als wesentlicher Baustein des Nationalen Aktionsplans zur nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln (NAP) im Jahr 2007 wurden ca. 45.000 Datensätze zur Anwendung von Pflanzenschutzmitteln in Hauptkulturen zusammengetragen und ausgewertet.

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