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Produktion und Förderung

Thüringen: 'Bau von Schweineställen nicht stärker regulieren'

von , am
15.04.2014

Erfurt - Thüringens Agrarminister Jürgen Reinholz (CDU) sieht keinen Grund für das Land, den Bau neuer Schweineställe stärker zu regulieren. Das teilte er bei der Vorstellung des Agrarberichtes mit.

Mit dem neuen Bürgschaftsprogramm sollen verstärkt auch jungen Landwirten geholfen werden. © Mühlhausen/landpixel
Wie die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands meldet, hat Agrarminister Jürgen Reinholz am Dienstag den Thüringer Agrarbericht dem Kabinett vorgestellt. In diesem Zusammenhang sagte der 59-jährige CDU-Politiker, es sehe keinen Grund dafür, den Bau neuer Schweineställe stärker zu regulieren.
 
Wie aus dem Bericht hervorgeht, habe sich der Schweinebestand seit 2009 von 759.600 auf fast 830.000 Schweine im Jahr 2012 erholt. Trotz allem gehöre Thüringen mit weniger als einer halben Großvieheinheit je Hektar Landwirtschaftlicher Nutzfläche innerhalb Deutschlands zu den vieharmen Regionen, heißt es dort.

Neue Ställe sind in Planung

In Thüringen wurden nach Ministeriumsangaben seit 2010 fünf Anlagen für Mastschweine, Sauen oder Ferkel mit 1.500 Mastplätzen neu errichtet. Anlagen dieser Größenordnung bedürfen der umweltrechtlichen Genehmigung.
 
Im Freistaat werde der Bedarf an Schweinefleisch derzeit nur zu 74 Prozent (%) aus hiesiger Landwirtschaft gedeckt, sagte Reinholz. "Es gibt also keine Veranlassung, hier regelnd einzugreifen." Reinholz bekräftigte, dass mehr als die Hälfte der Umsätze in der Thüringer Landwirtschaft auf das Konto der Tierhaltung gehen und dass außerdem zwei Drittel der rund 24.000 Agrarbeschäftigten in der Tierhaltung beschäftigt seien.  

Konzentration der Bestände

Laut Agrarbericht wird die Mehrzahl der Schweine in größeren Stallanlagen gehalten. 97 % der Schweine stehen in Anlagen mit mehr als 1.000 Tieren. Als Ursache werden geringe Gewinnmargen in der Schweinefleischproduktion geannt. Dies würde zu einer Konzentration der Tierbestände führen.
 
Zukünftig sollen laut Bericht aber neben dem Preis für Schweinefleisch auch die Fragen des Tierwohls im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen. Solange jedoch die Preise für Schweinefleisch nicht steigen, sei aus betriebswirtschaftlicher Sicht für die Betriebe eine andere Form der Schweinehaltung nicht umsetzbar, hält der Thüninger Agrarbericht fest.

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