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Produktion und Förderung

Tierärzte: Antibiotika-Datenbank muss jetzt kommen

© landpixel
von , am
18.03.2014

Frankfurt - Vor neun Monaten war die Novelle des Arzneimittelgesetzes verabschiedet worden. Ein Herzstück: die Antibiotika-Datenbank. Diese existiert jedoch noch nicht, was Tierärzte bemängeln.

Landwirte sind laut Arzneimittelgesetz dazu verpflichtet, ihre betriebsindividuellen Zahlen zu melden. © Mühlhausen/landpixel
Der Bundesverband Praktizierender Tierärzte (bpt) hat die Bundesländer aufgerufen, die im Rahmen des 16. Gesetzes zur Änderung des Arzneimittelgesetzes (AMG) geforderte zentrale Datenbank für Antibiotikaanwendungen in der Tierhaltung endlich umzusetzen.
 
Wie der bpt mitteilte, ist die Datenbank, in der alle Antibiotikaanwendungen bei Hühnern, Puten, Schweinen und Mastrindern erfasst werden sollen, das Herzstück der Novelle. Neun Monate nach Verabschiedung des Gesetzes stehe die Errichtung der in die Verantwortung der Länder fallenden Datenbank aber immer noch aus.

Wichtige Rahmendaten rechtlich noch unklar

Nach wie vor seien wichtige rechtliche und organisatorische Fragestellungen ungeklärt, ebenso wie die Festlegung, ab wie vielen Tieren der Landwirt Daten melden müsse. bpt-Präsident Dr. Hans-Joachim Götz zeigte sich irritiert über die Verzögerungen und verlangte von den Ländern, endlich "ihre Hausaufgaben" zu machen, damit das Gesetz zum 1. April von Landwirten und Tierärzten umgesetzt werden könne.

Schnittstelle zu QS-Datenbank einrichten

Außerdem forderte Götz die umgehende Schaffung einer Schnittstelle zur bereits existierenden Antibiotika-Datenbank der Qualität und Sicherheit GmbH (QS).
 
Nur so könne gewährleistet werden, dass die Überwachungsbehörden so schnell wie möglich die Behandlungshäufigkeit mit Antibiotika in den Betrieben beurteilen, mit anderen Betrieben vergleichen und bei Überschreiten der Mittelwerte geeignete Maßnahmen ergreifen könnten, erläuterte der bpt-Präsident. 
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