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Produktion und Förderung

Triticale-Anbau: Ohne Pflug zu mehr Ertrag

© hapo/landpixel
von , am
17.10.2014

Den Boden ohne Pflug bearbeiten? Beim Triticale-Anbau lohnt sich die reduzierte Bodenbearbeitung, wie eine neue Studie der Uni Göttingen zeigt. Hier wichtige Ergebnisse.

Wer Triticale pfluglos anbaut, kann mit einer höheren Bekörnung pro Ähre rechnen. © hapo/landpixel
Ohne Pflug zu arbeiten, sich für die reduzierte Bodenbearbeitung zu entscheiden, das fällt vielen Landwirten schwer. Ein höherer Ertrag beim Pflugverzicht sollte die Kritiker allerdings überzeugen. Die Uni Göttingen hat diesen Effekt jetzt beim Anbau von Triticale nach konservierender Bodenbearbeitung nachgewiesen.
 
Durchgeführt wurde ein Feldversuch auf einem Schlag mit Lösslehm (78 Bodenpunkte) auf dem Uni-Versuchsgut Reinshof im Jahre 2012. Es sollte geklärt werden, ob die langjährig eingesetzte reduzierte Bodenbearbeitung zu Erträgen führt, die bei bisher gleichem Input (Düngung, Pflanzenschutz) den Erträgen der Variante "mit Pflug" entsprechen oder diese sogar übersteigen.

Variante "ohne Pflug" versus Variante "mit Pflug"

Folgende Versuchsvarianten wurden angelegt:
  • "ohne Pflug": Der Boden wird mit einer Kreiselegge bis zu einer Tiefe von 5 bis 8 cm bearbeitet (konservierende Bodenbearbeitung).
  • "mit Pflug": Die Bodenbearbeitung erfolgt mit dem Wendepflug bis zu 25 cm Tiefe.
Mit Ausnahme der Bodenbearbeitung wurden während der letzten 44 Jahre alle pflanzenbaulichen Maßnahmen, einschließlich der Fruchtfolge, in beiden Varianten gleich gehalten.
 
Die Vorfrucht im Jahr 2011 war Hafer sowie darauffolgend die über Winter abfrierende Zwischenfrucht Phacelia. Im März 2012 wurde Sommertriticale (Sorte Somtri) mit einer Saatstärke von 250 keimfähigen Körnern je m² gesät. Es wurden 128 kg N/ha (KAS, Piamon) gedüngt, aufgeteilt in zwei Gaben. Der Pflanzenschutzmitteleinsatz erfolgte praxisüblich. 

Ohne Pflug zu höheren Kornerträgen

Der höchste Kornertrag mit 62,5 dt TM/ha war bei der reduzierten Bodenbearbeitung festzustellen. Deutlich geringer fiel der Kornertrag bei der Variante "mit Pflug" aus (52,6 dt TM/ha). Begründet wird der höhere Kornertrag bei der Variante "ohne Pflug"  insbesondere mit einer höheren Bekörnung von 36,1 Körnern je Ähre. Die Variante "mit Pflug" hatte nur 30,8 Körner je Ähre. Das Tausendkorngewicht war mit etwa 39 g bei beiden Varianten ähnlich hoch.
 
Zudem wies das Erntegut bei der reduzierten Bodenbearbeitung deutlich höhere Stickstoffgehalte auf als bei der gepflügten Variante. Daraus ergeben sich zwei Vorteile der Variante "ohne Pflug":
  • Das Erntegut war von höherer Qualität.
  • Mit dem Erntegut wird mehr Stickstoff vom Feld abgefahren, wegen des höheren Stickstoffgehalts im Korn und wegen des gleichzeitig höheren Kornertrags.

 

"Stay Green"-Effekt

Die Triticalepflanzen blieben bei der Variante "ohne Pflug" länger grün als nach einer Pflugbearbeitung. Die Ursache für diesen "Stay Green"-Effekt durch reduzierte Bodenbearbeitung wurde durch eine detaillierte Bodenuntersuchung (Nmin-Gehalte, Eindringwiderstand, Durchwurzelung, Bodenwassergehalt) ermittelt:
  • eine bessere Stickstoff- und Wasserversorgung bei der Variante "ohne Pflug"
  • sowie eine intensivere Durchwurzelung des Unterbodens bei reduzierter Bodenbearbeitung.

Vegetationsreport: Bodenbearbeitung zur Weizenaussaat

 
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