Login
Produktion und Förderung

Trockenheit: Beregnung sichert Erträge

von , am
09.06.2015

Die Trockenheit macht den Landwirten zu schaffen. In Brandenburg rechnen Landwirte mit Ertragseinbußen von bis zu 25 Prozent. In Niedersachsen soll jetzt die Beregnung Erträge sichern.

Um unter anderem die Beregnung in Unterfranken zu sichern, werden jährlich bis zu 150 Millionen Kubikmeter Wasser aus dem wasserreicheren Donauraum nach Nordbayern geleitet. © landpixel
Trotz der eher kühlen Witterung in diesem Frühjahr herrscht auf den niedersächsischen Äckern Trockenheit. Dass im Mai nur 50 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen sind und der Boden auf wenige Reserven aus den Wintermonaten zurückgreifen kann, bereitet den Landwirten große Sorge, berichtet der Landvolk-Pressedienst.


25 bis 30 Millimeter je Durchgang

"Vor allem auf den leichten Sandböden fehlt Wasser, deshalb werden Getreide und Kartoffeln mancherorts bereits das dritte Mal beregnet", bestätigt Angela Riedel vom Fachverband Feldberegnung. Das größte zusammenhängende Beregnungsgebiet beginnt nördlich von Hannover und erstreckt sich über die Landkreise Celle, Uelzen, Gifhorn, Lüchow-Dannenberg und Lüneburg. Die leichten Sandböden können das Wasser nicht so gut speichern wie die Lehmböden im Süden des Landes. Um dennoch zufriedenstellende Erträge im Getreide- und Kartoffelanbau zu erzielen, fallen auf den Flächen je Durchgang 25 bis 30 Millimeter und im Raps bis zu 40 Millimeter künstlicher Niederschlag. 

Gesamtkosten von über 100 Euro je Hektar

Die Kosten für Strom, Wasser und Aufbau der Anlage betragen laut Riedel je beregnetem Hektar und Durchgang über 40 Euro. Werden die Gesamtkosten berücksichtigt, zahlt der Landwirt über 100 Euro je Hektar. Langjährige Versuche der Landwirtschaftskammer Niedersachsen zeigen, dass die Feldberegnung in Trockenzeiten zu deutlichen Ertragssteigerungen führen kann.

Trockenheitstolerante Sorten lohnen sich

Die Landwirte müssen in trockenen Jahren aber unbedingt Geduld bewahren und abwarten, bevor sie mit der Beregnung beginnen. Schließlich sollen die ertragsrelevanten Pflanzenteile gefördert und das Wurzelwachstum nicht eingeschränkt werden. Die Beregnungsanlagen können außerdem mechanische Schäden verursachen, die den Ertragszuwachs wieder zunichtemachen. Da Wasser teilweise nur begrenzt zur Verfügung steht, müssen die Landwirte genau planen, auf wie viele Beregnungsdurchgänge die vorhandene Kapazität aufgeteilt werden muss. Trockenheitstolerante Getreidesorten, die möglichst früh im Herbst ausgesät werden, nutzen das vorhandene Wasser optimal aus. Sie sind die beste Versicherung gegen Ertragseinbußen und dämmen die Beregnungskosten etwas ein. Im genannten Beregnungsgebiet können inzwischen fast alle Ackerflächen mit Wasserleitungen erreicht werden. Doch auch in Südniedersachsen wird inzwischen vereinzelt beregnet. "Vor allem Sonderkulturen kommen ohne zusätzliches Wasser nicht aus", sagt Riedel. Auf den Standorten mit schwerem Boden sei das im Ackerbau bisher aber noch der Einzelfall.
Auch interessant