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Bodenmarkt

UK: Verkauf von Ackerland fällt auf 5-Jahrestief

Farm England
am
30.07.2019
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In England fiel der Verkauf von Ackerland auf ein 5-Jahrestief. Die Bodenpreise blieben jedoch stabil.

Das Volumen an Ackerland, das in den ersten sechs Monaten dieses Jahres in England auf den freien Markt kam, war das niedrigste seit fünf Jahren. Das berichtet das auf den Handel mit landwirtschaftlichen Immobilen spezialisierte Unternehmen Strutt & Parker gegenüber dem Onlineportal Agriland. Gleichzeitig blieben die Preise für den gehandelten Boden weitgehend stabil.

In der ersten Jahreshälfte 2019 wurden in England etwa 43.000 Acres (17.409 ha) am freien Markt gehandelt. Dies ist die niedrigste Fläche, die seit 2014 vermarktet wurde. "Das Frühjahr ist traditionell eine der beliebtesten Zeiten, um Farmland zu verkaufen. Zwar lief das zweite Quartal etwas besser das erste, aber das Angebot blieb historisch gesehen knapp", erklärte der Leiter der Immobilien- und Farmagentur Michael Fiddes.

„Der Rückgang der Handelsmenge kommt jedoch nicht unerwartet, da Landbesitzer, die die Wahl haben, wann sie verkaufen möchten, sich zurückhalten bis eine größere wirtschaftliche Sicherheit besteht", heißt es weiter. Dies ist etwas, was wir schon in früheren Runden der GAP-Reform gesehen haben. Damals hat die Unsicherheit über die Agrarpolitik zu einem Rückgang der vermarkteten Landmenge geführt “, sagte Fiddes.

Politische und wirtschaftliche Unsicherheit

Traktor Feld

Die Marktexperten von Strutt und Partner sind überzeugt, das „wirtschaftliche Veränderungen und politische Unsicherheiten sich auch weiterhin auf den britischen Ackerlandmarkt auswirken“. Neben den traditionellen Kerntreibern dieses Marktes zeichnen sich nach Einschätzung der Experten auch neue Einflüsse ab, „darunter regulatorische Änderungen, eine Verlagerung auf öffentliche Gelder für öffentliche Güter, die Durchsetzung des Verursacherprinzips und eine verstärkte Kontrolle der Landwerterfassung.“

All dies dürfte die Förderung von natürlichem Kapital, von Zusatzeinkommen von außerhalb der Landwirtschaft, von neuer Agrartechnologie und die Innovationsbereitschaft verstärken. Auf der Angebotsseite für Ackerland erwartet Strutt und Partner, dass der langfristige Trend der eingeschränkten Aktivitäten zunächst einmal anhält.

Man rechnet jedoch mit einem Anstieg der Aktivitäten in drei bis fünf Jahren. Dies dürfte auf die Verschuldung zurückzuführen sein, auf mögliche Zinserhöhungen, sowie auf das Auslaufen der europäischen Direktzahlungen ab 2021.

Bodenpreise relativ stabil

Farm England

Nach Einschätzung von Michael Fiddes trug das begrenzte Angebot dazu bei, die durchschnittlichen Kaufpreise zu stabilisieren. Diese lagen relativ konstant bei 9.100 GBP/Acres für Ackerland (4015 Euro/ha). Die Schwankungsbreite war jedoch sehr groß  und bewegte sich zwischen 6.000 und 16.000 GBP/Acres ( 2.650 bis 7.060 Euro je Hektar).

Insgesamt ging der Trend zu weniger Verkäufen zu Preisen von 10.000 GBP/Acres und mehr als auf dem bisherigen Höhepunkt des Marktes in den Jahren 2014 bis 2015. Derzeit finden die meisten Transaktionen in die Preisklasse von 8.000 GBP bis 10.000 GBP/Acres statt.

Die Immobilen-Spezialisten berichten außerdem dass „Farmen und Landgüter, in denen das Potenzial besteht, gemischte Einnahmequellen zu generieren, die Wohn-, Gewerbe- und Landwirtschaftsunternehmen kombinieren, tendenziell von größerem Interesse sind. Ebenso sind erstklassige Farmen, in denen ein benachbarter Landwirt expandieren möchte gefragt.

„Der Standort ist nach wie vor von entscheidender Bedeutung. Aber die Käufer legen auch mehr Wert auf die Qualität der Farm als noch vor drei oder vier Jahren. Zum Beispiel werden Themen wie Zugänglichkeit, Wasserverfügbarkeit und Bodentyp genauer untersucht und bewertet.

Umwelt- und Klimaziele gewinnen an Bedeutung

„Der Markt ist komplex, und in jeder Region spielen unterschiedliche Faktoren eine Rolle, heißt es von Seiten von Strutt & Parker. Kenntnisse des lokalen Marktes und der wichtigsten Akteure sind deshalb unerlässlich.

Langfristig dürften sich nach Einschätzung des Immobilien-Spezialisten aufgrund von Umwelt- und Klimazielen einige sehr signifikante Änderungen der Landnutzung ergeben.

Man rechnet deshalb nicht mit einer Wiederholung des sehr kräftigen Preisanstiegs, der im Jahrzehnt bis 2014 verzeichnet wurde. Erwartet wird jedoch, dass der Markt zu seinem langfristigen „historischen Realwachstum“ von rund 1 Prozent pro Jahr zurückkehren wird.

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