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Produktion und Förderung

Ukraine: Eine Landwirtschaft (fast) ohne Fördergelder

von , am
07.02.2012

"Ukrainische Landwirte wollen gesetzlich unterstützt und administrativ nicht behindert werden", sagt Landwirtschaftsminister Prisjazhnuk Mykola Volodymyrovytsch im Gespräch mit agrarheute.com.

Im vergangenen Jahr nahm die Ukraine unter den führenden Getreideexporteuren den vierten Platz ein - hinter den USA, der EU und Kanada. Als Maisexporteur hat die Ukraine in diesem Jahr Brasilien auf Platz vier verwiesen. Im Wirtschaftsjahr 2010/2011 belegte das Land bei den Weizenexporten den sechsten Platz auf dem internationalen Markt. Damit ist die Ukraine ein bedeutender landwirtschaftlicher Keyplayer auf dem internationalen Markt.
 

Nur wenig staatliche Hilfe

Landwirte müssen in dem Schwarzmeerland mit sehr beschränkten staatlichen Hilfen auskommen. Dafür gibt es umfangreiche steuerliche Vergünstigungen, wie Landwirtschaftsminister Prisjazhnuk Mykola Volodymyrovytsch im Gespräch erklärt.
 
Der ukrainische Agrarhaushalt ist heuer mit umgerechnet rund 789,6 Millionen Euro um ein Fünftel kleiner ausgefallen als im vergangenen Jahr.
 
 
Das bleibt für die Landwirte nicht ohne Folgen: "Als Agrarminister will ich natürlich dass die Landwirtschaft vom Staat finanziell optimal unterstützt wird. Wir müssen aber verstehen, dass der Haushalt von den Einnahmen abhängt. Leider haben die Folgen der internationalen Finanzkrise unser Land sehr empfindlich getroffen", erklärt Landwirtschaftsminister Volodymyrovytsch. "Schon heute bekommen Betriebe aus dem landwirtschaftlichen Sektor nur wenig direkte staatliche Hilfen."
 
Viele steuerliche Vergünstigungen
 
Umfrangreich sind dafür die steuerlichen Vergünstigungen, die der ukrainische Staat seinen Landwirten gewährt: "Landwirte sind bei uns von der Gewinnsteuer befreit. Die Mehrwertsteuer darf für die Betriebsentwicklung akkumuliert werden." Dabei geht es um große Summen: "Wir reden hier von etwa 22 Milliarden ukrainischen Hrivas, das sind etwa 2,2 Milliarden Euro. Heutzutage wollen die großen landwirtschaftlichen Erzeuger hierzulande vor allem eines: Sie wollen gesetzlich unterstützt und administrativ nicht gehindert werden. Ukrainische Landwirtschaft kommt heute praktisch ohne Fördergelder aus, und kann ohne Verluste wirtschaften."

Zunahme des weltweiten Weizenanbaus 2012/13 erwartet

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