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Produktion und Förderung

UNEP-Studie zu Kunstdünger

von , am
19.02.2013

Knapp 50 Experten aus 14 Ländern haben sich mit der globalen Rolle von Kunstdünger beschäftigt. Dessen Einsatz wird künftig stark steigen, weswegen die Forscher mehr Effektivität anmahnen.

© agrar-press
Wissenschafter empfehlen eine Verbesserung der Effizienz in der globalen Nutzung von Pflanzendünger wie Stickstoff und Phosphor um 20 Prozent (%) bis zum Jahr 2020. Dies würde den jährlichen Bedarf an Stickstoffdünger um 20 Millionen Tonnen (Mio. t) reduzieren und wäre mit Einsparungen von 130 Milliarden Euro verbunden.
 
Kunstdünger habe gewaltige Fortschritte in der Nahrungsmittelproduktion bewirkt, verursache aber auch Probleme wie Wasser- und Luftverschmutzung, begründen die Forscher ihre Forderung. Die Studie "Our Nutrient World" wurde im Auftrag des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) von fast 50 Experten aus 14 Ländern erstellt.

Düngerverbrauch wird rapide steigen

In dem Bericht wird auf die bedeutende Rolle von Kunstdünger verwiesen. Dieser sei notwendig, um eine wachsende Weltbevölkerung zu ernähren. In den entwickelten Ländern sei der Düngerverbrauch derzeit relativ stabil.
 
Allerdings sei in den Schwellen- und Entwicklungsländern durch die wachsende Bevölkerungszahl und den steigenden Konsum von Fleisch und Milchprodukten ein starker Aufwärtstrend zu erwarten, der bis 2050 bei drei Viertel des globalen Bedarfs liegen wird.
 
Schon jetzt werden etwa 80 % der in der globalen Ernte vorhandenen Menge an Stickstoff und Phosphor zur Fütterung von Nutztieren verwendet. Allerdings sei die Effizienz beim Dünger-Verbrauch sehr niedrig, heißt es in der Studie. Im Schnitt gehen über 80 % des Stickstoffs und 25 bis 75 % des Phosphors am Ende verloren. 

Dünger effizienter einsetzen

"Unsere Analyse zeigt, dass wir durch verbesserte Steuerung der Nährstoffflüsse die Umwelt, das Klima und die Gesundheit der Menschen schützen und gleichzeitig die Versorgung mit Nahrungsmitteln und Energie sicherstellen können", erklärte der Erstautor der Studie, Mark Sutton, vom Centre for Ecology and Hydrologym (Großbritannien), in einer Aussendung des IIASA.
Die Experten schlagen in diesem Bericht zehn konkrete Maßnahmen vor, um die Bedrohungen durch diese Schadstoffe zu reduzieren. Dazu zählen etwa Maßnahmen zur verbesserten Verwendung von Dünger in der Landwirtschaft, sowohl im Pflanzenbau als auch in der Viehzucht. Als Beispiel nennen sie etwa die Verwendung von Düngemittel-Pellets in Bangladesh, um Ammoniak-Emissionen in die Luft zu vermeiden.

Stickoxide wiederverwerten, Konsum von tierischem Eiweiß reduzieren

Zusätzlich empfehlen die Experten Schritte zur Reduktion von Nährstoffverlusten aus Industrie und Abwasserbehandlung sowie die Wiederverwertung etwa von Stickoxiden aus der Verbrennung. Durch bessere Verbindungen zwischen Pflanzenbau und Tierhaltung könnten Nährstoffverluste verringert werden.
 
Zudem schlagen die Wissenschafter eine freiwillige Reduktion des persönlichen Konsums von tierischem Eiweiß in Überflussgesellschaften vor. Der rasante Anstieg des Verbrauches an Fleisch und Milchprodukten in Asien und Lateinamerika hängt auch mit dem Bestreben der Menschen zusammen, die europäischen und nordamerikanischen Normen zu erreichen. "Damit hat unsere eigene Entscheidung auch ein gewaltiges Potenzial, die künftige globale Menge an ausgebrachten Pflanzen-Nährstoffen zu beeinflussen", betonen die Experten.

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