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Produktion und Förderung

US-Dürre: Farmer pflügen erste Felder um

von , am
24.07.2012

Washington - US-amerikanische Farmer geraten wegen der anhaltenden Dürre weiter unter Druck. Wegen steigender Futtermittelpreise wird mit mehr Viehschlachtungen gerechnet.

© USDAgov
Anhaltend hohe Temperaturen und kaum Niederschläge: Die seit Jahren schlimmste Trockenheit führt zu massiven Ertragsausfällen in den Vereinigten Staaten. In den US-Bundesstaaten Indiana und Illinois würden bereits einige Farmer ihre Felder umpflügen, schreibt US-Agrarjournalist Mike Wilson in seinem Blog.
 
 

Universität: Farmer schlachten Vieh wegen steigender Futtermittelpreise

US-Farmer müssten wegen der Trockenheit mit steigenden Futtermittelpreisen rechnen. Diese könnten kurzfristig aber nicht an die Kunden weitergegeben werde, heißt es in einem Bericht der Universität Perdue (US-Bundesstaat Indiana). Als Folge davon würden wohl Viehhalter vermehrt ihre Tiere schlachten.
 
Das größere Angebot an Schlachttieren drücke dann indes auf die Preise. Längerfristig sei aufgrund der steigenden Futtermittelpreise mit teureren Lebensmitteln zu rechnen. Das wiederum werde die finanziell angespannte Situation der Bauern zwar lindern, für einige Landwirte könnte es dann aber bereits zu spät sein. Denn anders als ein Großteil der Getreideproduzenten, deren Ernteausfälle durch eine entsprechende Versicherung abgedeckt seien, verfügten Viehhalter meist über keine solche Absicherung.

Mais und Soja immer schlechter bewertet

Das US-Landwirtschaftsministerium veröffentlicht regelmäßig Karten zur Verbreitung der Dürre. Hier die aktuellste Karte vom 20. Juli. © USDA
In Teilen des Landes scheint sich indes die Situation zu bessern: So regnete es seit vergangener Woche über dem nördlichen und östlichen Corn Belt sowie im Südosten des Landes. Acker- und Weideland in diesen Regionen konnte sich damit zumindest stabilisieren oder sogar verbessern, informiert das Amerikanische Landwirtschaftsministerium (USDA).
 
Im westlichen Corn Belt blieb es hingegen weiter heiß und trocken. Darunter leiden momentan vor allem Mais und Soja. Wurden vorige Woche noch 30 Prozent der US-Maisbestände mit sehr schlecht mit schlecht bewertet, sind es inzwischen 45 Prozent.
Bei Sojabohnen liegt der Anteil an sehr schlecht bis schlecht bewerteten Beständen bei 35 Prozent.
 
Damit werden die Mais- und Sojabestände seit sieben Wochen in Folge abgewertet. Zum Vergleich: Am 3. Juni wurden nur fünf Prozent der Mais- und sechs Prozent der Sojabestände in die Kategorie sehr schlecht bis schlecht eingestuft.
 
Für die kommenden Tage geht das US-Landwirtschaftsministerium jedoch von besserem Wetter aus. Vereinzelt sollen Niederschläge fallen, die Temperaturen abkühlen.
 
Wie das Wetter in Ihrer Region wird, können Sie in unserem agrarheute.com Profi-Wetter sehen ...
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