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Steuer und Finanzen

USDA-Report: Weizen rutscht deutlich ins Minus

von , am
11.04.2013

Das US-Landwirtschaftsministerium hat gestern Abend seinen neuesten USDA-Report veröffentlicht. Die Märkte reagierten mit kräftigen Verlusten bei Weizen und schwachen Gewinnen bei Mais.

Die Agrarmärkte starteten mit fulminantem Auftakt in die neue Woche. Die Chicagoer Notierungen sind fester. © Jäger
Kräftige Verluste beim Weizen und schwache Gewinne beim Mais waren die ersten Reaktionen der Märkte auf die Daten des neuen USDA-Reports. Die Sojapreise blieben für die vorderen Termine fast unverändert und gaben für die hinteren Termin nach. Im weiteren Handelsverlauf drehten die Kurse jedoch durchweg ins Minus.
 
Am stärksten blieben die Abschläge beim Weizen am geringsten war die Korrektur beim Mais.

US-Maisbestände nicht ganz so groß wie erwartet

Auschlaggebend für die robusteren Maispreise waren offenbar die unter den Erwartungen der Analysten liegenden Endbestände beim Mais in den USA. Zwar hatte das USDA die US-Bestände zum Ende des Jahres gegenüber der Märzprogose um fast 20 Prozent (%) auf 19,2 Millionen Tonnen (Mio. t) nach oben gesetzt.
 
Damit blieb man jedoch noch unter der Analystenschätzung, die zuvor einen Anstieg der US-Endbestände gegenüber März von 30 % auf fast 21 Mio. t erwartet hatten. Die Größe der letzten US-Maisernte hat das USDA mit 274 Mio. t nicht verändert sondern den Bestandzuwachs mit einem geringen Verbrauch in der Tierfütterung und einem schwächeren Export begründet.

Maisernte in Argentinien unverändert

Nach oben gesetzt hat das USDA auch die globalen Endbestände beim Mais. Mit 125,3 Mio. t übertraf das USDA die Analystenschätzung (120,2 Mio. t) um fünf Millionen Tonnen (vier Prozent) und den im März erwarteten Wert von 117,4 Mio. t sogar um fast sieben Prozent (knapp acht Millionen Tonnen).
 
Die argentinische Maisernte ließ das USDA etwas überraschend unverändert bei 26,5 Mio. t. Hier hatten die Analysten einem Rückgang auf 25,7 Mio. t. gerechnet.
 
Dagegen setzte das USDA die brasilianische Maisernte relativ deutlich von 72,5 Mio. t auf 74 Mio. t nach oben. Hier lag die Analystenschätzung mit 72,9 Mio. t deutlich niedriger.

Weizenbestände größer als erwartet

Beim Weizen korrigierte das USDA die US-Bestände exakt auf den von den Analysten geschätzten Wert von 19,9 Mio. t nach oben. Im Vergleich zum Märzbericht ist dies ein Anstieg der US-Endbestände um zwei Prozent.
 
Bei den intentionalen Weizenbeständen korrigierte das USDA die Endbestände im April gegenüber März ebenfalls um zwei Prozent auf 182,3 Mio. t nach oben. Analysten hatten unveränderte Bestandsdaten bei Weizen erwartet.
 
Bei den Weizenproduzenten blieben die Erntemengen für die alte Ernte in den Argentinien mit elf und in Australien mit 22 Millionen Tonnen zum März unverändert. Lediglich für die EU korrigierte man die Produktion leicht von 132,3 auf 132,0 nach unten.

Südamerikanische Sojaernte stabil

Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter marktkompass © dlv
Bei Sojabohnen hat das USDA die US-Bestände im Vergleich zum März unverändert bei 3,4 Mio. t gelassen und damit die Analystenschätzung deutlich verfehlt. Diese hatten einen Anstieg der US-Bestände um fast zehn Prozent erwartet.
 
Die globalen Sojabestände setzte das USDA gegenüber März von 60,2 Mio. t auf 62,6 Mio. t nach oben. Hier waren die Analysten von relativ stabilen Beständen ausgegangen. Die Sojaernte in Argentinien ließ das USDA (wie schon bei Mais) mit 51,5 Mio. t unverändert. Analysten hatten mit einem Rückgang auf 50,6 Mio. t gerechnet.
 
Die brasilianische Ernte blieb mit 83,5 Mio. t ebenfalls auf den dem Stand von März. Auch hier hatten Analysten mit einem Rückgang auf 82,5 Mio. t gerechnet.
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