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Produktion und Förderung

Vegetationsreport 2012: Klappe, die Erste!

© agrar-press
von , am
15.03.2012

Josef Stangl von nu agrar ist ab sofort wieder jeden Mittwoch auf den Feldern Deutschlands unterwegs. Heute berichtet er aus dem Raum Hannover.

© Getreide_Fruehjahr.gif
Nach einem frostigen Winter hält mit Hoch Gulliver endlich der Frühling Einzug. Mit den wärmeren Temperaturen wird nun auch das Ausmaß der Auswinterungsschäden sichtbar. So mancher Landwirt bangt in diesen Tagen um den Zustand seines Wintergetreides. Jetzt mit den wärmeren Temperaturen zeigt sich erst, ob die Pflanzen die anhaltenden Minusgrade überstanden haben. In einigen Bundesländern hat die Winterung offensichtlich Schaden genommen.

Umbruch oder nicht? Tipps von Josef Stangl

Auch im Raum Hannover sind einige Auswinterungsschäden zu beklagen. Die Frage lautet: Was rentiert mehr (und kostet weniger) - Umbrechen oder nicht? Josef Stangl hat sich heute zwei unterschiedliche Standorte herausgepickt und gibt Tipps ....

Auswinterungssschäden in Hessen

"Wir rechnen mit deutlichen Schäden im Wintergetreide. Die lange und harte Frostperiode im Februar ohne schützende Schneeauflage hat den Pflanzen stärker zugesetzt, als ursprünglich befürchtet", so Friedrich Schneider, Präsident des Hessischen Bauernverbands. Dort zeigen vor allem die Winterweizenbestände deutliche Blattschäden und Verbräunungen. Mit wärmerer Witterung wird sich zeigen, ob noch eine Wurzelerholung einsetzt. "Nach allem, was wir heute wissen, ist ein erheblicher Teil der Pflanzen jedoch bereits abgestorben", so der BV-Präsident Schneider.
 
Vor einem Umbruch sollte der Zustand der Pflanzen jedoch genau überprüft werden. Im Extremfall bleibt den Landwirten nur eine Neuansaat mit Sommergetreide oder Mais. Den Bauern könnten dadurch erhebliche finanzielle Nachteile entstehen, denn neben den Kosten der Neuansaat, bringt Sommergetreide wesentlich geringere Erträge.
 
"Der strenge Frost wird grundsätzlich dazu führen, dass Getreide in Europa knapp und teuer wird", erklärt Schneider. Höhere Preise seien abzusehen.
 
Verluste im Süden Brandenburgs
 
Aufgrund der geringen Winterhärte rechnen die Landwirte Brandenburgs mit überdurchschnittlichen Auswinterungsschäden bei Gerste und Raps. Vor allem im Süden werden Verluste erwartet und eine Neuansaat wird notwendig.
 
Die hohen Grundwasserstände und Nassstellen erschweren jedoch die Arbeiten. Dies könnte zu Verspätungen bei der Frühjahrsaussaat führen und es muss dann auf andere Kulturen wie zum Beispiel Mais ausgewichen werden. Im letzten Jahr kam es bereits zu Verzögerungen der Frühjahrsbestellung aufgrund von Vernässungen. Ein Nichteinhalten des Saattermins führt meist zu Eintragseinbußen.
 
Die Auswinterungsverluste und die notwendige Nachsaat resultieren in einer steigenden Nachfrage nach Sommerung. Weil auch hier zur letzten Ernte ungünstige Witterungsbedingungen herrschten und die Saatgutvermehrung vergleichsweise gering ausfiel, könnte es zu Engpässen bei den entsprechenden Kultursorten kommen.
 

Umfrage zu Auswinterungsschäden

Nach dem eiskalten Februar hat agrarheute.com die Landwirte befragt, welche Auswinterungsschäden sie zu verzeichnen haben. Die Auswertung zeigte, dass der Weizen am Stärksten, der Raps am Wenigsten vom Frost betroffen scheinen.
 
Das Ergebnis im Überblick:
  • Weizen: 30 Prozent (387 Stimmen) der Umfrageteilnehmer haben Schäden festgestellt.
  • Gerste: etwa acht Prozent der Bauern (110 Stimmen) befürchten Verluste.
  • Raps: bei nur 3,5 Prozent (46 Stimmen) sind Schäden sichtbar.
  • Mehrere Kulturen: bei 24 Prozent der Befragten (312 Stimmen) sind mehrere Früchte betroffen.
  • Keine Schäden gaben 35 Prozent der Landwirte (458 Stimmen) an.
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