Login

Verbot von Neoniks: Kein Ausgleich für Rübenanbauer

Zuckerrübenernte und Verladung
am
29.01.2019
(Kommentar verfassen)

Für Rübenanbauer wird es keinen staatlichen Ausgleich für das Verwendungsverbot dreier Neonikotinoidwirkstoffe geben. Der ökonomische Schaden sei nicht abschätzbar.

Die Zuckerrübenanbauer in Deutschland können auf keinen staatlichen Ausgleich für wirtschaftliche Schäden aufgrund des Anwendungsverbots der Neonikotinoidwirkstoffe Imidacloprid, Thiamethoxam und Clothianidin im Freiland hoffen.

Da mögliche ökonomische Schäden für den Zuckerrübenanbau durch den Wegfall der neonikotinoiden Wirkstoffe nicht abgeschätzt werden könnten, seien zurzeit auch keine entsprechenden Kompensationsmaßnahmen geplant, erklärt die Bundesregierung in ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion.
 

Anträge für Notfallzulassungen liegen vor

Zu einer möglichen Notfallzulassung der betreffenden Mittel stellt die Bundesregierung fest, dass fünf Anträge für Pflanzenschutzmittel mit neonikotinoiden Wirkstoffen für das Jahr 2019 vorlägen. Sechs weitere Anträge beträfen den EU-weit zugelassenen Wirkstoff Acetamiprid zur Spritzanwendung in den Kulturen Zuckerrübe und Futterrübe. Bekannt ist der Bundesregierung, dass insgesamt neun Mitgliedstaaten, darunter Belgien, Finnland, Österreich und Polen, Notfallzulassungen für neonikotinoide Wirkstoffe zur Saatgutbehandlung beziehungsweise -beizung erteilt haben.

 

Bundesregierung rechnet mit Einschränkung des Zuckerrübenanbaus

Als Folge des EU-weiten Anwendungsverbots der Neonikotinoidwirkstoffe im Freiland rechnet die Bundesregierung mit einer Einschränkung des Zuckerrübenanbaus. Welche Kulturen auf einzelbetrieblicher Ebene möglicherweise anstelle von Zuckerrüben angebaut würden, könne von ihr nicht eingeschätzt werden, so die Regierung.

Die systematische Fruchtfolge voraussetzend, falle der Zuckerrübe zum Beispiel in getreidebetonten Fruchtfolgen die Rolle der Blattfrucht zu. Als Ersatzfrüchte für die Zuckerrübe könnten andere Blattfrüchte wie Winterraps, Mais, Kartoffeln und großkörnige Leguminosen bevorzugt in Frage kommen.

Mit Material von AgE

Kommentare

agrarheute.comKommentare werden geladen. Bitte kurz warten...
Auch interessant