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Produktion und Förderung

Vereinigte Hagel: Außergewöhnliches Schadenjahr

von , am
08.11.2011

Gießen - Extreme Spätschäden lassen die Schadensaison 2011 in Deutschland für die Vereinigte Hagelversicherung VVaG mit einem Überschadenjahr enden.

Für die Vereinigte Hagelversicherung war 2011 ein aussergewöhnliches Schadenjahr. © Ivi/pixelio
Wie das Unternehmen mitteilte, wurden insgesamt 86 Millionen Euro an Entschädigungsleistungen gezahlt; das entspricht einer Schadenquote von 88 Prozent. Dennoch hält der seit Jahren bestehende Wachstumstrend unvermindert an: So konnte die Vereinigte Hagel im Inland rund 89.000 Hektar mehr versichern als 2010.
 
Der Versicherungsbeitrag wird in diesem Jahr voraussichtlich um 14 Prozent auf 97,8 Millionen Euro steigen, während die Versicherungssumme um 19,3 Prozent auf 7,45 Milliarden zulegen dürfte.

Versicherungssumme steigt

Bei den Auslandsaktivitäten verzeichnete das Unternehmen 2011 einen Gesamtbeitrag von etwa 40 Millionen Euro; das ist gegenüber dem Vorjahr ein Zuwachs von rund 50 Prozent, der überwiegend aus Italien, Litauen und den Niederlanden kam. Die Vereinigte Hagel kündigte an, die Auslandsmärkte weiter auszubauen; dies diene vor allem dem Risikoausgleich, denn je mehr Schultern die Schadenlast trügen, desto geringer sei sie für den Einzelnen. Genau dies sei das genossenschaftliche Prinzip eines Versicherungsvereins auf Gegenseitigkeit.

Extrem lange Schadensaison

Die Schadensaison hatte nach Angaben der Vereinigten Hagel in diesem Jahr früh begonnen und endete spät. Bereits am 28. April habe die Bezirksdirektion Münster einen der schwersten Schadentage im Jahr registriert. Heftige Wetterereignisse von Ende Mai bis Mitte Juli hätten eine Entschädigungsleistung von 40 Millionen Euro gefordert. Schwerpunkt des Schadengeschehens sei in diesem Jahr vor allem Süddeutschland gewesen. So seien beispielsweise Baden-Württemberg und Bayern heftig von Hagelunwettern heimgesucht worden.

Schwere Spätschäden

Ab Mitte Juli habe die Hageltätigkeit nachgelassen und die Hoffnung auf ein ausgeglichenes Geschäftsergebnis genährt. Allerdings hätten Unwetter im August und September eine weitere Schadensumme von mehr als 12 Millionen Euro gebracht. Noch nie sei es in den vergangenen 25 Jahren zu solch schweren Spätschäden gekommen, die das Gesamtergebnis so nachhaltig beeinflusst hätten wie in diesem Jahr, so das Versicherungsunternehmen. Das außergewöhnliche Schadenjahr betreffe aber auch das Ausland. So wiesen Italien und Luxemburg ein leicht negatives Ergebnis aus und Litauen ein Überschadenjahr, während die Niederlande ein positives Ergebnis erzielt hätten.
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