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Produktion und Förderung

Vereinigte Hagel: Fünftes Überschadenjahr der Dekade

© Daniel Loretto/fotolia
von , am
20.05.2014

Gießen - Im schwersten Schadenjahr der deutschen Versicherungswirtschaft entstanden 2013 Schäden durch Unwetter in Höhe von rund 7 Mrd. Euro. Auch die Vereinigte Hagel war davon betroffen.

© Mühlhausen/landpixel
2013 war laut des Gesamtverbandes der Versicherungswirtschaft (GDV) das schwerste Schadenjahr der Deutschen Versicherungswirtschaft überhaupt. Sie leistete Unwetterentschädigungen von rund 7 Mrd. Euro, knapp 80 Prozent entfielen auf Sachwerte. Allein Hagelstürme verursachten einen Schaden von 3,1 Mrd. Euro. Wie es in einer Mitteilung des Versicherers heißt, hatte auch die Vereinigte Hagel als europäischer Marktführer der landwirtschaftlichen Spezialversicherer schwere Schäden zu beklagen.
Anlässlich ihrer 21. Mitgliedervertreterversammlung am 14. Mai in Gießen fasste ihr Aufsichtsratsvorsitzender Klaus Mugele, Landwirt aus Forchtenberg bei Stuttgart, das Unwettergeschehen des Vorjahres wie folgt zusammen: "Die Landwirtschaft wurde 2013 in höchstem Maße von Kälte, Nässe, Flut und Glut heimgesucht. Trotz schwerster Extremunwetter mit Hagel, Starkregen und Sturm - besonders zur Erntezeit - ist unsere Vereinigte Hagel den noch mit einem blauen Auge davon gekommen."

Risikovorsorge

Der Vorstandsvorsitzende Dr. Rainer Langner ging in seinem Bericht zum Geschäftsjahr 2013 auch auf die erneute Flutkatastrophe im Elbe-Donaugebiet ein, die durch sintflutartige Regenfälle ausgelöst wurde. "Wenn aus Jahrhundertfluten Dekadenfluten werden, dann sollte auch dem größten Optimisten unter uns klar sein, dass sich beim Klima etwas tut, das Anlass zum Umdenken und Handeln bietet." So seien im Vorjahr durch frühe Starkregenfälle Ende Mai viele Kulturflächen aus der Versicherung herausgefallen.
 
Obwohl der Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit mit 93,4 Mio. Euro die höchste Entschädigungssumme der letzten Dekade zu vermelden habe, so Dr. Langner, fiele die Schadenquote (Verhältnis von Entschädigung zum Prämienaufkommen) aber mit rund 86 Prozent vergleichsweise moderat aus. Bei einer Kostenquote von geringen 15,6 Prozent könne das Unternehmen das fünfte Überschadenjahr der letzten Dekade problemlos ausgleichen.
Mit Blick auf die laufende Saison, die bereits mit sehr frühen Schadensereignissen aufwarte, appellierte er an die Landwirtschaft, für entsprechenden Versicherungsschutz zu sorgen. Denn sonst gälten die Vorjahreswerte mit dem Risiko, unterversichert zu sein.

Versicherungssumme liegt bei 8,4 Mrd. Euro

Die Mitglieder der Vereinigten Hagel hätten sich im Wirtschaftsjahr 2013 neben Hagel verstärkt gegen Starkregen und Sturm versichert: Mit den Secufarm 3 - Produkten stieg die versicherte Fläche um 282.000 ha. Höhere Hektarwerte ließen aufgrund der höheren Marktpreise das Prämienaufkommen um 7,6 Prozent auf 111,4 Mio. Euro ansteigen. Die Versicherungssumme erhöhte sich um 6,8 Prozent auf 8,4 Mrd. Euro. Damit hätten sich beide Kennzahlen in den vergangenen zehn Jahren nahezu verdoppelt.
 
Auch die Auslandsmärkte in Italien, Luxemburg, Belgien, den Niederlanden, Dänemark sowie Lettland und Litauen gäben Anlass zum Optimismus. Das dortige Prämienaufkommen beträgt 51, 7 Mio. Euro, die Versicherungssumme liegt bei 1,1, Mrd. Euro. Die Schadenquote im gesamten Auslandsgeschäft lag mit 75 Prozent deutlich niedriger als im Inlandsgeschäft.

Drei neue Aufsichtsratsmitglieder gewählt

In den fünfzehnköpfigen Aufsichtsrat der Gesellschaft sind drei Mitglieder neu gewählt worden: Dietmar Brauer, Holtsee, Bernhard Conzen, Gangelt, sowie Heiner Braband, Friedland. Alle weiteren Mitglieder des Gremiums wurden in ihrem Amt bestätigt. Im Anschluss wählten die Aufsichtsratsmitglieder - wie in der letzten Amtsperiode - Klaus Mugele aus Forchtenberg erneut zu ihrem Vorsitzenden. Stellvertreter wurde Jens Stechmann aus Lühe.
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