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Produktion und Förderung

Wie viel Stickstoff braucht mein Weizen?

von , am
04.03.2011

Der Vegetationsbeginn naht und die Landwirte gehen an die Frühjahrdüngung. Welche Menge Stickstoff braucht mein Weizenbestand? Wir haben drei Praktiker befragt.

Wann ist der richtige Zeitpunkt, um sich mit Dünger zu versorgen? © landpixel
Herbert Geißler, 85204 Pförring, Bayern
 
Der Weizenbestand ist in einem guten Zustand, es sind keine Auswinterungsschäden zu verzeichnen. Dieses Jahr war zum Glück kein Frost unter der Schneedecke. Die derzeitigen Temperaturen sind für den Bestand auch in Ordnung. Daher wird die erste Gabe ausgebracht, sobald es wettermäßig geht. Derzeit liegen die Ergebnisse der Bodenuntersuchung leider noch nicht vor aber ich habe schon eine genaue Vorstellung von der auszubringenden Menge an Stickstoff. Aus den Vorjahreswerten ergibt sich für die erste Gabe, die mineralisch erfolgt, eine Menge von 80 Kilo Stickstoff und für die zweite Gabe, die mit Mist ausgebracht wird, eine Stickstoffmenge von 100 Kilo Stickstoff. Die dritte Gabe ergänzt dann die Differenz zum errechneten Bedarf der Kultur. Mit Mist werden eventuell entstehende Stickstoff-Versorgungslücken geschlossen. Ich habe meine Taktik in punkto Sortenwahl klar definiert und greife immer auf ähnliche Sorten zurück. Das Risiko ist so geringer, und die allgemeine Handhabung ist berechenbarer. weiterlesen...

Eigene Nmin-Proben gezogen

Sebastian Frey, 86660 Rettingen, Bayern 
 
In dieser Saison haben wir 20 Hektar Winterweizen im Anbau. Die Stickstoffdüngung habe ich bereits ausgebracht. Der Bestand ist gut aus dem Winter gekommen und es sind kaum Kahlfröste zu verzeichnen, die den Weizen stark schädigen würden. Ich bin daher mit dem Ausgangsbestand sehr zufrieden. Wir erhoffen uns eine gute Ernte, trotzdem wissen wir natürlich nicht, was in den kommenden fünf Monaten passieren wird. Den Grundbaustein haben wir aber gelegt. Die Erzeugerringe haben in den vergangenen Wochen die durchschnittlichen Nmin-Ergebnisse veröffentlicht. Dennoch habe ich zusätzlich eigene Nmin-Proben gestochen. Der Durchschnitt für Schwaben liegt bei 65 Kilo Stickstoff. Wir haben bei den Proben von unserem Betrieb Werte zwischen 60 und 70 Kilo gehabt. Daher habe ich den Mittelwert von 65 Kilo Stickstoff gewählt. Auf Einzelflächen haben wir teilweise 10 Kilo Stickstoff als Zuschlag vorgenommen. Wir haben den Stickstoff im Bereich zwischen 54 Kilo und 67,5 Kilo wie in den Vorjahren gestreut und sind auf diese Weise stets erfolgreich gefahren und werden diese Methode weiterhin anwenden. weiterlesen...

Düngung nach Nmin-Ergebnissen des Erzeugerrings

Rudi Bergmann, 91575 Windsbach, Mittelfranken
 
Die Bestände sind in einem gutem Zustand außer einigen Wildschweinschäden. Die Vorfrucht war Silomais. Die Düngung erfolgt nach vorliegenden Nmin- Ergebnissen des Erzeugerrings. Wenn in den nächsten Tagen die Böden befahrbar sind werden wir mit dem Dünger streuen beginnen.  weiterlesen...

Angelika Sontheimer
Freie Agrarjournalistin

 

 
 

Wie viel Stickstoff braucht mein Weizen?


Oberbayern - Im landwirtschaftlichen Betrieb stellt sich aktuell die Frage, wann der nötige Stickstoff ausgebracht werden kann. Wir fragen Herbert Geißler, wie er dieses Jahr an das Thema herangeht.


Mein Name ist Herbert Geißler. Unser Betrieb ist im nördlichen Oberbayern angesiedelt. Unser Bestand lässt sich in ein Drittel Zuckerrüben und zwei Drittel Weizen gliedern. Zum Betrieb gehört natürlich auch unsere Hähnchenmast. Eine Herausforderung, der wir uns stellen, sind die starken Hanglagen in der Region. Dafür haben wir aber gute Bodenzahlen, von rund 50-90 Bodenpunkten. Die Entscheidungen treffen wir gemeinsam, wir richten uns dabei stets nach Erfahrungswerten. Damit sind wir bisher immer am besten gefahren. Und so verfahren wir auch dieses Jahr mit der Stickstoffdüngung.

Weizen in gutem Zustand, keine Auswinterungsschäden

Der Weizenbestand ist in einem guten Zustand, es sind keine Auswinterungsschäden zu verzeichnen. Dieses Jahr war zum Glück kein Frost unter der Schneedecke. Die derzeitigen Temperaturen sind für den Bestand auch in Ordnung. Daher wird die erste Gabe ausgebracht, sobald es wettermäßig geht. Derzeit liegen die Ergebnisse der Bodenuntersuchung leider noch nicht vor aber ich habe schon eine genaue Vorstellung von der auszubringenden Menge an Stickstoff. Aus den Vorjahreswerten ergibt sich für die erste Gabe, die mineralisch erfolgt, eine Menge von 80 Kilo Stickstoff und für die zweite Gabe, die mit Mist ausgebracht wird, eine Stickstoffmenge von 100 Kilo Stickstoff. Die dritte Gabe ergänzt dann die Differenz zum errechneten Bedarf der Kultur. Mit Mist werden eventuell entstehende Stickstoff-Versorgungslücken geschlossen. Ich habe meine Taktik in punkto Sortenwahl klar definiert und greife immer auf ähnliche Sorten zurück. Das Risiko ist so geringer, und die allgemeine Handhabung ist berechenbarer.

Dünger in 2010 erworben

Auf Grund des anziehenden Getreidepreises in 2010 habe ich meinen Dünger bereits im August 2010 gekauft. Die Lieferung erfolgte im Oktober 2010. Mit dem Preis sind wir zufrieden, da wir noch vor dem Preisanstieg unseren Dünger gekauft haben. Die allgemeine Tendenz nach oben war ersichtlich, spätestens nachdem der Getreidepreis erheblich angestiegen ist.  

Wie viel Stickstoff braucht mein Weizen?


Schwaben - Im landwirtschaftlichen Betrieb stellt sich aktuell die Frage, wann der nötige Stickstoff ausgebracht werden kann. Wir fragen Sebastian Frey, wie er dieses Jahr an das Thema herangeht.


Sebastian Frey, 86660 Rettingen, Bayern 
 
Mein Name ist Sebastian Frey, ich bin staatlich geprüfter Wirtschafter für Landbau und absolviere im Moment in Triesdorf die Ausbildung zum Agrarbetriebswirt. Unser Betrieb liegt im Landkreis Donau-Ries in der Gemeinde Tapfheim. Er umfasst 80 Milchkühe und 130 ha Ackerbau. Der Bestand teilt sich auf in 55 Hektar Hackfrucht- und 75 Hektar Getreideanbau.

Eigene Nmin-Proben gezogen

In dieser Saison haben wir 20 Hektar Winterweizen im Anbau. Die Stickstoffdüngung habe ich bereits ausgebracht. Der Bestand ist gut aus dem Winter gekommen und es sind kaum Kahlfröste zu verzeichnen, die den Weizen stark schädigen würden. Ich bin daher mit dem Ausgangsbestand sehr zufrieden. Wir erhoffen uns eine gute Ernte, trotzdem wissen wir natürlich nicht, was in den kommenden fünf Monaten passieren wird. Den Grundbaustein haben wir aber gelegt. Die Erzeugerringe haben in den vergangenen Wochen die durchschnittlichen Nmin-Ergebnisse veröffentlicht. Dennoch habe ich zusätzlich eigene Nmin-Proben gestochen. Der Durchschnitt für Schwaben liegt bei 65 Kilo Stickstoff. Wir haben bei den Proben von unserem Betrieb Werte zwischen 60 und 70 Kilo gehabt. Daher habe ich den Mittelwert von 65 Kilo Stickstoff gewählt. Auf Einzelflächen haben wir teilweise 10 Kilo Stickstoff als Zuschlag vorgenommen. Wir haben den Stickstoff im Bereich zwischen 54 Kilo und 67,5 Kilo wie in den Vorjahren gestreut und sind auf diese Weise stets erfolgreich gefahren und werden diese Methode weiterhin anwenden.

Düngerkauf und Planung

Ich habe den Dünger im Herbst letzten Jahres gekauft. Ausschlaggebend war die Aussicht auf steigende Preise im Düngersegment. Der Preis lag bei 19 €/dt und erschien akzeptabel, da er keine Löcher in die Kalkulation schlägt. Das Risiko dass der Preis weiter anziehen könnte, erschein erschien mir höher als die Hoffnung, dass der Preis um 5 €/dt fallen könnte. Die Düngemenge habe ich anhand der Daten in der Schlagkartei für die geplante Fruchtfolge ermittelt. Daher wird die gekaufte Menge ausreichen, wenn nicht, wird der Bedarf durch Nachkauf ausgeglichen. 

Wie viel Stickstoff braucht mein Weizen?

Rudi Bergmann aus Windsbach in Mittelfranken

Mittelfranken - Im landwirtschaftlichen Betrieb stellt sich aktuell die Frage, wann der nötige Stickstoff ausgebracht werden kann. Wir fragen Rudi Bergmann, wie er dieses Jahr an das Thema herangeht.


Mein Name ist Rudi Bergmann, ich baue rund acht Hektar Getreide an, davon vier Hektar Weizen. Wir haben überwiegen sandigem Lehm mit Bodenpunkten 12 bis 25. Außerdem habe ich auf meinem Betrieb 70 Stück Milchvieh.

Düngung nach Nmin-Ergebnissen des Erzeugerrings

Die Bestände sind in einem gutem Zustand außer einigen Wildschweinschäden. Die Vorfrucht war Silomais. Die Düngung erfolgt nach vorliegenden Nmin- Ergebnissen des Erzeugerrings. Wenn in den nächsten Tagen die Böden befahrbar sind werden wir mit dem Dünger streuen beginnen.

Düngerkauf immer im Herbst

Ich habe die Dünger Hydrosulfan und KAS lose ab Lager, das in zwei Kilometern Entfernung liegt, im August und September des letzten Jahres gekauft. Ich kaufe meistens im Herbst, da um diese Zeit die Preise am günstigsten sind.  
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