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Sommerdürre 2018

Vorläufige Zwischenbilanz der Dürrehilfe

trockener Boden mit Mais
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Norbert Lehmann, agrarheute
am
29.11.2018

Etwas mehr als 4.000 Landwirte haben bisher Dürrehilfen beantragt oder sich dafür angemeldet. Das zeigen noch unvollständige Zahlen aus den Bundesländern.

Aus sieben von 14 Bundesländern, die an dem Hilfsprogramm teilnehmen, hat die Neue Osnabrücker Zeitung vorläufige Angaben zur Zahl der Anträge zusammengetragen. Sie zeigen, dass nur relativ wenige Betriebe die Hilfe in Anspruch nehmen wollen. In einigen Bundesländern enden die Antragsfristen mit Ablauf des Novembers. Dort ist nicht mit weiteren Anfragen zu rechnen. In Bayern können hingegen erst seit dieser Woche Hilfen angefordert werden. Die Frist endet dort am 19. Dezember. Da die mit Abstand meisten Landwirtschaftsbetriebe in Bayern sind, könnten von dort noch einige Anträge eingehen. Andererseits waren die Trockenheit und Ernteschäden im Norden Deutschlands deutlich ausgesprägter.

In Niedersachsen wurden 1.800 Anträge gestellt

In Niedersachsen gingen nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums 1.800 Anträge auf Dürrehilfe bei der Landwirtschaftskammer ein. Das entspricht etwa 4,5 % der Betriebe im Land. Morgen schließt das Verfahren. Die Bearbeitung läuft. Es deutet sich eine durchschnittliche Zahlung in der Größenordnung von etwa 21.000 Euro pro Betrieb an, sodass sich ein Antragsvolumen von insgesamt 37,8 Mio Euro ergibt. Zur Verfügung stehen 35,6 Mio Euro, die jeweils zur Hälfte vom Bund und vom Land aufgebracht werden.

Wie Ministerin Barbara Otte-Kinast weiter mitteilte, werden die Direktzahlungen und die Greening-Prämie im Land in diesem Jahr bereits ab dem 14. Dezember an die Landwirte überwiesen. In den Vorjahren erfolgte die Auszahlung zum Jahreswechsel.

Antragsschluss in Sachsen-Anhalt

In Sachsen-Anhalt sollen nach Informationen der Neuen Osnabrücker Zeitung (NOZ) 756 Anträge eingegangen sein. Dort war bereits am 16. November Antragsschluss. Zur Höhe der Beihilfen machte das zuständige Ministerium noch keine Angaben. Die Prüfung der Unterlagen dauert an.

In Nordrhein-Westfalen sollen sich fast 800 Betriebe für das Antragsverfahren registriert haben. Konkrete Anträge gingen nach Angaben eines Sprechers der Landwirtschaftskammer aber kaum ein. Allerdings haben die Betriebe in diesem Bundesland auch noch Zeit bis zum 14. Dezember.

Sachsen schöpft das Budget nicht aus

In Mecklenburg-Vorpommern meldete das Agrarressort bis zum 20. November den Eingang von 440 Anträgen über ein Gesamtvolumen von 36 Mio Euro. Die Antragsfrist wurde aufgrund einer mit dem Bund abgestimmten Lockerung der Kriterien im Interesse der Tierhalter bis zum 30. November verlängert.

Schleswig-Holstein und Hessen bestätigten auf Anfrage der NOZ bislang jeweils rund 150 Anträge, was etwa 1 % der Betriebe entsprechen würde. In Sachsen werden 170 Gesuche mit einem Hilfevolumen von insgesamt 19,6 Mio Euro bearbeitet. Das entspricht weniger als der Hälfte des verfügbaren Budgets. Die Antragsfrist ist dort abgelaufen.

Rheinland-Pfalz und das Saarland nehmen an dem 340 Mio Euro umfassenden Bund-Länder-Hilfsprogramm nicht teil.

Mit Material von NOZ, Landesministerien

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