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Produktion und Förderung

Wölfe in Sachsen: Mehr Geld für die Prävention

von , am
09.02.2015

Zehn Wolfsrudel sind in Sachsen unterwegs. Experten gehen davon aus, dass sie sich auf neue Regionen im Freistaat ausbreiten. Deshalb wird die Förderung für Präventionsmaßnahmen jetzt ausgedehnt.

Vergangenes Jahr wurden zwei enthauptete Wölfe gefunden. Wurden Sie zur Jagdtrophäen? © Jens Bredehorn/pixelio.de
Ab sofort wird die Förderung der Schutzmaßnahmen für Nutztiere gegen Wolfsübergriffe im gesamten Freistaat angeboten. In Sachsen ist das Gebiet, in dem Schutzmaßnahmen mit staatlichen Hilfen gefördert werden, noch einmal deutlich ausgeweitet worden. Hintergrund ist die zu erwartende weitere Ausbreitung der Wölfe auf Regionen, in denen sie bisher nicht dauerhaft anwesend waren.
 
 
 
"Der Freistaat unterstützt Nutztierhalter bei Präventionsmaßnahmen wie der Anschaffung von Elektrozäunen, Flatterbändern und Herdenschutzhunden sowie bei der Installation von Unterwühlschutz bei Wildgattern. Diese Maßnahmen sollen helfen, mögliche Schäden zu vermeiden", so Staatsminister Thomas Schmidt.

Ohne Prävention kein Schadensausgleich

Künftig sind solche Präventionsmaßnahmen in ganz Sachsen auch Voraussetzung für einen Schadensausgleich, falls es trotz der Vorsorge zu Schäden an Nutztieren kommt. In den Gebieten, in denen die Förderung neu angeboten wird, haben die Tierhalter ein Jahr Zeit, entsprechende Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Bis dahin erhalten sie auch dann einen Schadensausgleich, wenn Nutztiere durch einen Wolf gerissen werden und der vorgeschriebene Schutz noch nicht vorhanden war.

Förderung auf 80 Prozent der Nettokosten erhöht

 Die Förderung für die Präventionsmaßnahmen ist in der Förderrichtlinie Natürliches Erbe (RL NE/2014) geregelt. Statt wie bisher bis zu 60 Prozent der Ausgaben ist künftig eine Förderung in Höhe von 80 Prozent der Nettokosten möglich. Über die staatliche Förderung hinaus hat sich die Heinz Sielmann Stiftung für zunächst zwei Jahre bereit erklärt, mobile Präventionsmaßnahmen der Nutztierhalter mit weiteren 20 Prozent zu unterstützen. Diese zusätzlichen Hilfen können Nutztierhalter über den Sächsischen Schaf- und Ziegenzuchtverband beantragen.
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