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Produktion und Förderung

Die Zahl der Familienarbeitskräfte sinkt rapide

© landpixel
von , am
10.01.2013

In der Europäischen Union hat die Landwirtschaft zwischen 2007 und 2010 aufgerechnet auf Vollzeitstellen rund zwei Millionen Arbeitsplätze verloren. In Deutschland gibt es immer weniger Familienarbeitskräfte.

Die 'Grüne Nika' ist ein Gemeinschaftsprojekt des Verlages Agrar Media, des Niedersächsischen LandFrauenverbandes Hannover und des LandFrauenverbandes Weser-Ems. © Mühlhausen/landpixel
In der Europäischen Landwirtschaft arbeiteten im Jahr 2010 noch rund neun Millionen Menschen in Vollbeschäftigung. Das sind rund zwei Millionen Beschäftigte weniger als noch drei Jahre zuvor.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Familienarbeitskräfte sinken in Deutschland um zwölf Prozent
Unter Berücksichtigung der Anhebung der neuen Erfassungsgrenzen ist die Zahl der in der deutschen Landwirtschaft Beschäftigten zwischen 2007 und 2010 um fünf Prozent zurückgegangen. Wie der Deutsche Bauernverband in seinem aktuellen Situationsbericht weiter mitteilt, ging die Zahl der Familienarbeitskräfte gegenüber 2007 sogar um zwölf Prozent zurück. Dagegen stieg die Zahl der ständig beschäftigten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer um acht Prozent.
 
Beschäftigungsstruktur regional unterschiedlich
 
Die regionalen Unterschiede in den Betriebsstrukturen führen auch zu Unterschieden in der Beschäftigtenstruktur in den Betrieben. Im früheren Bundesgebiet überwogen 2010 nach wie vor die in Einzelunternehmen tätigen Familienarbeitskräfte mit rund 539.300 Personen. Das sind 57 Prozent aller Arbeitskräfte im früheren Bundesgebiet. Nur 12 Prozent der in der Landwirtschaft tätigen Personen zählten hier zu den ständig angestellten Arbeitskräften, 31 Prozent waren Saisonarbeitskräfte. In den neuen Ländern dominieren aufgrund einer anderen Rechtsformstruktur die ständig angestellten Arbeitskräfte.
Saisonale Beschäftigung von großer Bedeutung 
 
Schätzungen zufolge arbeiteten 2011 ca. 320.000 Saisonarbeitskräfte in der deutschen Landwirtschaft. Davon sind rund 90 Prozent nichtdeutscher Herkunft. Die Anzahl der Arbeitskräfte aus Polen ist in den letzten Jahren erheblich zurückgegangen, die Anzahl der Arbeitskräfte aus Rumänien hingegen deutlich gestiegen. Aus beiden Ländern dürften im Jahr 2011 jeweils ca. 135.000 bis 140.000 Arbeitskräfte gekommen sein.

Zahl der Betriebe geht in der EU zurück

Besonders stark verlief der Rückgang in der Slowakei, Österreich, Griechenland, Zypern, Rumänien und Italien. In diesen Ländern fielen zwischen 27 und 39 Prozent des Vollzeitstellen-Äquivalents weg. Abgesehen von Portugal, Irland und Malta sank auch in sämtlichen Ländern der EU die Anzahl der Betriebe. Die Zahlen sind erste Ergebnisse  der Landwirtschaftszählung von 2010 der Europäischen Kommission. Ausgewertet wurden bisher 25 Staaten, noch nicht einberechnet sind Belgien und Luxemburg.
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