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Kosten für Strom

Zahlungsstreik beim Strom - Festpreis von 15 Cent gefordert

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am Mittwoch, 11.01.2023 - 10:18 (2 Kommentare)

Einen Festpreis für Strom von 15 Cent fordert die Initiative „Wir zahlen nicht“. Andernfalls wird zu einem Zahlungsstreik aufgerufen. Allerdings will man die Stromunternehmen auch „vergesellschaften“. Hört sich ein bisschen nach „Sozialismus“ an.

Die Initiative „Wir Zahlen nicht“, ruft die Bevölkerung dazu auf, die Stromrechnung nicht mehr zu bezahlen. „Millionen Haushalte können sich die Strompreise nicht mehr leisten, während Energiekonzerne Gewinne in Milliardenhöhe machen“, sagte Marie Bach von der Initiative bei der Pressekonferenz am Dienstag in Berlin. Nach Ansicht der Initiative gehört Strom zur Grundversorgung und muss für alle Bürger bezahlbar sein. Deshalb stellt „Wir Zahlen nicht“ vier Grund-Forderungen auf:

- Es soll einen Stopp von Stromsperren für private Haushalte geben

- Strom soll zu einem Festpreis von 15 Cent pro Kilowattstunde verfügbar sein

- Strom soll zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien kommen

- Energiekonzerne sollen „vergesellschaftet“ werden

Der ökonomische Experte der Initiative ist Lasse Thiele vom Konzeptwerk Neue Ökonomie. Er erläuterte die ökonomischen Hintergründe. Sein Verein tritt für eine „sozial-ökologische Transformation der Wirtschaft“ ein. Auch Thiele hält die derzeitigen Strompreise in Deutschland für unsozial. Er sagt: „Für jeden Haushalt müsse es einen bezahlbaren Grundbedarf geben, darüber hinaus sollten die Preise parallel zu den verbrauchten Mengen ansteigen.“

Ziel der Initiative „Wir Zahlen nicht“ ist es, dass sich möglichst viele Menschen beteiligen. Das geht über eine spezielle Internetseite, wo man sich anmelden kann, wenn man die Initiative unterstützen möchte. Wenn eine Millionen Menschen teilnehmen, soll ein Zahlungsstreik aller Mitglieder einsetzen, heißt es auf der Onlineseite der Initiative. Finanziert werde die Initiative über Spenden, heißt es außerdem.

Strompreise nicht mehr bezahlbar - Zahlungsstreik

In der ersten Phase des „Zahlungsstreiks“ sollen nur noch 15 Cent pro Kilowattstunde an die Energieversorger gezahlt werden. Wenn dieser „Warnstreik“ keine Wirkung zeigt, sollen die Teilnehmer ihre Stromrechnung gar nicht mehr bezahlen. Begründet wird dieser sogenannte Zahlungsstreiks mit den hohen Gewinnen die Energiekonzerne, die unter anderem entstehen, weil die privaten Haushalte so hohe Strompreise zahlen müssen, sagte Lena Deich von der Initiative.

„Der Strommarkt ist auf Gewinn getrimmt und organisiert eine Umverteilung von unten nach oben. Die Mehrheit der Bevölkerung bezahlt mit ihrem Konsum die Milliardengewinne der Energiekonzerne“, sagt Deich gegenüber dem Berliner Tagesspiegel. Nach Aussage der Initiative hat beispielsweise der Energiekonzern RWE seine Gewinne im vergangenen Jahr mehr als verdoppelt, auf Kosten vieler Haushalte, die sich die hohen Strompreise aber nicht mehr leisten könnten. Seit Jahresbeginn würden die Strompreise für viele Haushalte nochmals massiv erhöht.

Eine ähnliche Bewegung gibt es bereits in Großbritannien, berichtet die Berliner Zeitung: „Don’t pay, UK“, also „Zahle nicht, Großbritannien“ lautet dort das Motto der Kampagne. Die Initiatoren im Vereinigten Königreich forderten die Energiekunden auf, ihre Lastschriftverfahren zu kündigen und Rechnungen für Strom und Gas zu ignorieren. Ob das funktioniert, ist die Frage.

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