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Sozialversicherung

Zuschuss zur Alterssicherung der Landwirte soll deutlich steigen

Älterer Landwirt vor Kühen im Laufstall
am Donnerstag, 15.10.2020 - 16:32 (Jetzt kommentieren)

Entlastung bei der Altersrente: Der Bund plant deutlich höhere Zuschüsse zur Alterssicherung der Landwirte. Die Einkommensgrenzen werden angehoben.

Die Bundesregierung will Landwirte bei der Alterssicherung stärker entlasten. Dazu soll die seit 1999 unveränderte Einkommensgrenze deutlich angehoben werden. Dadurch kommen mehr Landwirte in den Genuss eines reduzierten Alterskassenbeitrages. Außerdem soll der Zuschuss künftig individuell berechnet werden statt nach starren Einkommensklassen.

Die neue Berechnung wird dazu führen, dass sich der Zuschuss für Landwirte mit besonders niedrigem Einkommen fast verdoppelt. Die Mehrkosten für den Steuerzahler schätzt das Bundeslandwirtschaftsministerium auf 16 Mio. Euro jährlich. Sie sollen an anderer Stelle im derzeit üppig ausgestatteten Agrarhaushalt eingespart werden.

Höhere Einkommensgrenze für den Beitragszuschuss

Zurzeit erhalten Landwirte bis zu einem Einkommen von 15.500 Euro jährlich bei Alleinstehenden beziehungsweise 31.000 Euro bei Verheirateten einen Zuschuss zum monatlichen Beitrag von 261 Euro zur Alterssicherung. Der Beitragszuschuss ist gestaffelt. Er erreicht bei einem Einkommen von 8.220 Euro für Singles beziehungsweise 16.440 Euro für Verheiratete den Höchstbetrag von 157 Euro im Westen und 146 Euro im Osten.

Künftig soll die starre Einkommensgrenze fallen. Stattdessen wird die Grenze von der jährlich angepassten Bezugsgröße zur Sozialversicherung abgeleitet. Vorgesehen ist, dass die obere Einkommensgrenze auf 60 Prozent der Bezugsgröße festgelegt wird. Im laufenden Jahr hätten demnach Landwirte bis zu einem Einkommen von 22.932 Euro für Alleinstehende beziehungsweise 45.864 Euro bei Verheirateten einen Zuschuss erhalten.

Neuregelung der Altersrente soll ab April 2021 greifen

Der volle Beitragszuschuss soll künftig bei einem jährlichen Einkommen von bis zu 30 Prozent der Bezugsgröße gewährt werden. Er beträgt 60 Prozent des Beitrags, sodass der Zuschuss für einen Alleinstehenden an der unteren Einkommensgrenze von derzeit 84 Euro auf rund 156 Euro steigt.

Mit zunehmendem Einkommen verringert sich der Beitragszuschuss linear. Ab einem jährlichen Einkommen in Höhe von 60 Prozent der Bezugsgröße gibt es keinen Zuschuss mehr.

Der Gesetzentwurf zur Anpassung der Beitragszuschüsse soll im November durch den Bundestag gehen. Ziel ist, dass die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) die Regelungen ab dem 1. April 2021 anwenden kann.

Der CSU-Bundestagsabgeordnete Max Straubinger begrüßte die Einigung zwischen den Bundesministerien für Landwirtschaft, Arbeit und Finanzen ausdrücklich. Davon profitierten vor allem Landwirte mit kleinen und mittleren Betrieben.

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