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Produktion und Förderung

Jeder zweite Betriebsleiter will investieren

von , am
14.11.2012

Hannover - Auf der EuroTier stellte die DLG ihre aktuellen Zahlen des DLG-Trendmonitors Europa vom Herbst 2012 vor. Obwohl die Stimmung etwas schlechter ist, will jeder Zweite Investieren.

Dr. Reinhard Grandke erklärt die Ergebnisse des DLG-Trendbaromters. © Fritz
Auf der gestrigen Presskonferenz der Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) stellte Hauptgeschäftsführer Dr. Reinhard Grandke die Ergebnisse des aktuellen DLG-Trendbaromters vor. Auch wenn die Stimmung nicht mehr ganz so gut ist wie im Frühjahr 2012, will doch jeder zweite Betriebsleiter investieren.

Stimmung etwas schlechter als im Frühjahr

In Deutschland sind die Betriebsleiter mit der aktuellen Geschäftslage nicht mehr ganz so zufrieden wie in der Frühjahrsbefragung 2012, was der Rückgang von 2,5 Punkten auf nun 2,7 Punkte zeigt. Verglichen mit den Werten der letzten Jahre liegt dies jedoch weiter auf einem relativ hohen Niveau. Die Erwartungen an die Geschäftsentwicklung sind stabil und erreichen 2,6 Punkte nach 2,5 Punkten im vergangenen Frühjahr.

Futtermittelpreise hemmen Investitionsbereitschaft

Die Investitionsneigung ist zwar von 54 Prozent (%) im Frühjahr 2012 auf nunmehr 48 % gesunken. Damit plant fast immer noch jeder zweite Betriebsleiter, in den kommenden zwölf Monaten zu investieren. Hintergrund der verhalteneren Einschätzung der aktuellen Geschäftslage sind hohe Futtermittelpreise für Tierhalter und der dadurch ausgehende Druck auf das wirtschaftliche Ergebnis.
 
 
 
Die EuroTier öffnet ihre Hallen:
Unser Chefredakteur Hans Wörle sprach mit dem Hauptgeschäftsfüherer der DLG, Dr. Reinhard Grandke, über die EuroTier und die aktuelle Stimmung in der Landwirtschaft.
 

Ackerbauern blicken optimistischer in die Zukunft

Der Umfragewert sinkt bei Milchvieh- bzw. Schweinehaltern auf 2,8 Punkte von 2,5 bzw. 2,7 im Frühjahr, während Ackerbauern ihre Lage leicht positiver einschätzen als vor einem halben Jahr (von 2,5 auf 2,4). Ein ähnliches Bild zeigt der Blick auf die Erwartungen an die Geschäftsentwicklung: Während die Marktfruchterzeuger zuversichtlicher in die kommenden zwölf Monate blicken, haben sich die Geschäftserwartungen der Tierhalter leicht eingetrübt. Dies spiegelt die Erwartung an anhaltend hohe Futtermittelpreise, auch wenn diesen günstigere Marktbedingungen für den Absatz von Schweinefleisch und Milchprodukten gegenüber stehen.

Deutsche Tierhalter in der Vorreiterrolle

Bei den Investitionsplänen liegt der Schwerpunkt auf der Tierhaltung: 44 % der in Deutschland geplanten Investitionen fließen in diesen Bereich, drei Prozentpunkte mehr als im Frühjahr. 42 % der Investitionen fließen in die Außenwirtschaft und 14 % in die Bioenergie. Damit investieren Betriebsleiter in Deutschland deutlich stärker in die Tierhaltung als ihre Kollegen in den anderen Ländern. Dies unterstreicht die Vorreiterrolle der deutschen Landwirte in der Tierhaltung und stärkt deren Wettbewerbsposition.

Tierhalter im Spannunsgfeld

Tierhalter befinden sich im Spannungsfeld: Einerseits sind sie mit anhaltend hohen Futterkosten konfrontiert, was einige Tierhalter dazu bewegen könnte, mit Blick auf die Liquiditätslage Investitionen zurückzustellen. Andererseits sind Baugenehmigungen zumal für Schweinehalter zunehmend schwieriger zu erhalten, was dafür spricht, bereits genehmigte Investitionen jetzt bei günstigen Konditionen für Finanzierungen zu tätigen. Und Milcherzeuger bereiten sich mit den anstehenden Investitionen auf das neue Marktumfeld ab 2015 durch den Wegfall der Quote vor.
 
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