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DBV-Situationsbericht

Hofnachfolge in vielen Betrieben ungeklärt

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Eva Eckinger, agrarheute
am
22.02.2016

Der Situationsbericht des Deutschen Bauernverbandes zeigt, dass die Betriebsinhaber immer älter werden, aber die Hofnachfolge in vielen Betrieben noch nicht geklärt ist.

Fakten zur Altersstruktur, der geschlechtlichen Zusammensetzung, dem Ausbildungsgrad oder auch dem Angestelltenverhältnis liefert der Situationsbericht des Deutschen Bauernverbandes (DBV). Zusammengetragen wurden Daten und Zahlen aus den letzten Jahren. Sie zeigen, dass die Hofnachfolgefrage bei vielen nicht geklärt ist und Betriebsinhaber immer älter werden. Hier die genauen Fakten mit Fokus auf 2013.

Regionale Unterschiede in der Beschäftigungsstruktur

Die regionalen Unterschiede in den Betriebsstrukturen bringen auch unterschiedliche Beschäftigtenstrukturen mit sich.

  • Alte Bundesländer: 2013 überwogen die in Einzelunternehmen tätigen Familienarbeitskräfte mit rund 477.000 Personen. Das sind 55 Prozent aller Arbeitskräfte im früheren Bundesgebiet. Nur 14 Prozent der in der Landwirtschaft tätigen Personen zählten hier zu den ständig angestellten Arbeitskräften, 31 Prozent waren Saisonarbeitskräfte.
  • Neue Bundesländer: Hier dominieren aufgrund einer anderen Rechtsformstruktur die ständig angestellten Arbeitskräfte. Sie machen 54 Prozent der Arbeitskräfte aus (Familienarbeitskräfte 19 Prozent, Saisonarbeitskräfte 27 Prozent).

Altersstruktur: Betriebsinhaber werden immer älter

  • 32 Prozent der Landwirte sind älter als 55 Jahre (18 Prozent in übriger Erwerbsbevölkerung).
  • Im europäischen Vergleich zählen deutsche Landwirte aber zu den Jüngeren.
  • Anteil der jüngeren Betriebsinhaber hat deutlich abgenommen (1999: 46 Prozent jünger als 45 Jahre, 2013: 26 Prozent).

Hofnachfolge: In vielen Familienbetrieben nicht geklärt

Im Rahmen der Landwirtschaftszählung 2010 wurden zur Hofnachfolge diejenigen Landwirte befragt, die zum Zeitpunkt der Erhebung 45 Jahre und älter waren (67 Prozent aller Inhaber von Einzelunternehmen). Die Hofnachfolge war 2010 nur für knapp 31 Prozent der betreffenden Einzelunternehmen geregelt. Jeder fünfte Inhaber ohne Hofnachfolger war bereits 60 Jahre und älter.

Bildungsgrad: 68 Prozent haben eine Ausbildung

Nach den Ergebnissen der Landwirtschaftszählung 2013 haben 68 Prozent aller landwirtschaftlichen Betriebsleiter/Geschäftsführer eine abgeschlossene landwirtschaftliche Berufsausbildung. Die übrigen 32 Prozent weisen ausschließlich praktische landwirtschaftliche Erfahrung auf.

In größeren Betrieben haben fast alle Betriebsleiter/Geschäftsführer eine abgeschlossene landwirtschaftliche Berufsausbildung. Auch in Haupterwerbsbetrieben und juristischen Personen ist der landwirtschaftliche Ausbildungsgrad mit 87 bzw. 85 Prozent relativ hoch. Von den Betriebsleitern/Geschäftsführern mit abgeschlossener landwirtschaftlicher Berufsbildung weisen 11 Prozent einen Hochschulabschluss auf.

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