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Technische Analyse

Landwirte kauften weniger Harnstoff

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© agrarfoto.com/ah
von , am
16.06.2017

Der Absatz von Harnstoff an die deutsche Landwirtschaft ist im ersten Quartal 2017 drastisch eingebrochen. Dafür wurde deutlich mehr Kalkammonsalpter (KAS) verkauft.

Harnstoffabsatz bricht um 40 % ein

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© Olaf Zinke

Der Absatz von Harnstoff an die Landwirtschaft hat im ersten Quartal 2017 um 40 % abgenommen. Im Vergleich zur der Absatzmenge von vor zwei Jahren beträgt der Rückgang des Harnstoffabsatzes an die Landwirtschaft immerhin noch 26 %. Am Gesamtverkauf von Stickstoffdüngern hatte Harnstoff im ersten Quartal 2017 einen Anteil von etwa 25 %, schreibt Marktexperte Dr. Olaf Zinke vom agrarmanager.

Eine relativ stabile Verkaufsmenge verzeichnete man im ersten Quartal 2017 beim Verkauf von flüssiger Ammonium-Nitrat-Harnstoff-Lösung (AHL-Dünger). In Form von AHL-Dünger wurden rund 8 % aller Stickstoffdünger (in 1000 t Nährstoff) verkauft. Der Absatz von Mehrnährstoffdüngern in Form von NP-Düngern blieb ebenfalls fast unverändert. Am gesamten Absatz von N-Düngern kamen die NP-Dünger auf einen Anteil von etwa 9 %.

 

Ein Drittel mehr Kalkammonsalpter (KAS) verkauft

Der Absatz von Stickstoffdüngern (in 1000 t Nährstoff) an die deutsche Landwirtschaft hat im ersten Quartal 2017 um etwa 8 % abgenommen. Das ist jedoch vor allem auf den kräftigen Rückgang des Harnstoffabsatzes zurückzuführen. 

Dagegen hat der Absatz von Kalkammonsalpter (KAS) gegenüber dem Vorjahr (2016) um etwa ein Drittel zugenommen. Gegenüber der vergleichbaren Absatzmenge von vor zwei Jahren (2015) war der KAS-Absatz immerhin noch 4 % höher. Damit war KAS im ersten Quartal 2017 (anders als in den beiden Vorjahren) wieder der wichtigste Einzeldünger (vor Harnstoff) unter den Stickstoffdüngern. Insgesamt wurden etwa 30 % des Stickstoffs (in 1000 t Nährstoff) in Form von KAS verkauft.

Ein Viertel weniger Diammonium-Phosphat abgesetzt

Bei Phosphordüngern ging der Absatz im ersten Quartal 2017 um insgesamt 14 % zurück. Dabei nahm vor allem die Absatzmenge des wichtigsten P-Düngers (Diammonium-Phosphat) kräftig ab. Dagegen haben die Landwirte es bei anderen P-Düngerarten wie etwa PK-Dünger und NPK-Dünger mehr gekauft als im Jahr zuvor.

Im ersten Quartal 2017 verzeichnete man bei den NP-Düngern (DAP) einen besonders kräftigen Absatzrückgang von 23 % bzw. fast einem Viertel. Gegenüber der vergleichbaren Absatzmenge von vor zwei Jahren (erste Quartal 2015) war der DAP-Absatz sogar 38 % niedriger.

Der Anteil von NP-Düngern, wie Diammonium-Phosphat (DAP), am gesamten P-Düngerabsatz lag (trotz eines deutlichen Absatzrückgangs) bei knapp 71 Prozent.

Anderseits nahm der Verkauf von anderen Phosphordüngern an die deutsche Landwirtschaft im ersten Quartal 2017 zu.  So ist der Absatz von von NPK-Düngern um etwa 17 % gewachsen. Noch weitaus kräftiger hat der Verkauf von Superphosphat mit einem Plus von 63 % zugenommen und auch bei PK-Dünger haben die deutschen Landwirten etwa 13 % mehr gekauft.

Allerdings lag der Marktanteil von Superphosphat (trotz des kräftigen Zuwachses) nur bei 4 % der gesamten P-Dünger-Absatzmenge, der Anteil der PK-Dünger lag bei 6 % und bei NPK waren es 18 %.

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