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Strukturwandel

Milchviehhaltung: So sieht es in der Praxis aus

pd/af
am
11.01.2016

Der Strukturwandel in der Milchproduktion ist offensichtlich. Die Zahl der Milchviehhalter ist in den letzten zehn Jahren um ein Drittel gesunken.

Wie der Deutsche Bauernverband in seinem aktuellen Situationsbericht schreibt, ist die Zahl der Milchkuhhalter im Jahr 2015 in Deutschland weiter zurückgegangen. Im Mai 2015 wurden noch 74.800 und damit 3,7 Prozent weniger als zur Vorjahreszeit gezählt. Damit hat sich die Zahl der Milchviehhalter in den vergangenen 10 Jahren um rund ein Drittel verringert. Die Zahl der Milchkühe reduzierte sich gegenüber Mai 2014 leicht um 0,6 Prozent auf 4,3 Millionen Tiere.

57 Milchkühe je Milchviehhalter

Im Bundesdurchschnitt hält ein Milchviehhalter 57 Milchkühe. Groß sind die regionalen Unterschiede. Die größten Herden befinden sich in Mecklenburg-Vorpommern mit einer Durchschnittsgröße von 227 Tieren. Relativ klein sind die durchschnittlichen Milchviehbestände in Bayern mit 35 Kühen, Baden-Württemberg mit 40 Kühe oder Hessen mit 46 Kühen.

Mehr Milchviehhalter mit mehr als 500 Milchkühen

In Beständen mit 100 und mehr Milchkühen standen im Mai 2015 rund 47 Prozent der deutschen Milchkühe. Die Anzahl der Milchviehhaltungen von über 500 Milchkühen stieg 2015 bundesweit von 475 auf 500. Deren Milchviehherde macht mit 406.800 Tieren rund ein Zehntel des deutschen Milchviehbestandes aus.

Schwerpunkt der Mutterkuhhaltung liegt in Ostdeutschland

Im Mai 2015 wurden in Deutschland 682.000 Mutterkühe gezählt. Damit ist der Bestand an Mutterkühen nach langjährigem Rückgang erstmals wieder gestiegen (gegenüber Vorjahr plus 2 Prozent). Bei der Betrachtung der einzelnen Bundesländer werden allerdings regional unterschiedliche Entwicklungen deutlich. Während die Mutterkuhzahlen zum Beispiel in Schleswig Holstein um 2 Prozent sanken, wurde vor allem in Baden-Württemberg (plus 17 Prozent) ein deutlicher Anstieg der Mutterkuhhaltung registriert. Der Schwerpunkt der Mutterkuhhaltung liegt weiterhin in Ostdeutschland. Die meisten Mutterkühe werden mit rund 92.600 Tieren in Brandenburg gehalten. 

Holstein-Schwarzbunt und Fleckvieh sind die Top-Rassen

Die mit Abstand bedeutendsten Rinderrassen sind die Milchnutzungsrasse „Holstein-Schwarzbunt“ mit rund 5,3 Millionen Tieren, gefolgt von der Doppelnutzungsrasse „Fleckvieh“ mit rund 3,5 Millionen Tieren. Mit großem Abstand folgen die Milchnutzungsrasse „Holstein-Rotbunt“ und Kreuzungstiere aus verschiedenen Fleischrinderrassen mit 0,7 Millionen Tieren. Bei der Viehzählung werden neuerdings auch Büffel und Bisons erfasst. Davon gab es im Mai 2015 6.400 Tiere. Das Gesamtergebnis wird davon nicht beeinflusst.

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