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Recht

Nacht- und Wochenendarbeit: So vermeiden Sie Streit und Anzeigen

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Katharina Krenn, agrarheute
am
22.06.2018

Ein Landwirt sorgte in Mettmann für Unmut, weil er nachts bis 2:30 Uhr sein Heu erntete. Wir fassen zusammen, was erlaubt ist und wie Sie Ärger vermeiden.

In Mettmann in Rheinland-Pfalz hatte in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag begonnen, Heu zu ernten. Anwohner beschwerten sich bei der Polizei, da der Lärm der Maschinen sie mehrfach aus dem Schlaf schrecken ließ. Die Polizei teilte mit, dass der Landwirt bis um 3:00 Uhr arbeiten dürfe, da das Wetter umschlage. Um 2:30 Uhr beendete der Landwirt seine Arbeit schließlich.

Weil er sein Heu während der Nachtruhe erntete, hätte der Landwirt eigentlich eine Ausnahmeregelung einholen müssen. Diese hatte er jedoch nicht gestellt, wie Rheinische Post auf Anfrage bei der zuständigen Ordnungsbehörde erfuhr. Die Arbeiten waren daher unzulässig, die Polizei hätte einschreiten müssen.

Nacht- und Wochenendearbeit: Was gilt als unvermeidbar?

Bei Unvermeidbarkeit, zum Beispiel bei einem Wetterumschwung, ist Nacht- und Wochenendarbeit für Landwirte im Rahmen rechtlich zulässig. Auch Dünger kann bei starkem Wind nicht ausgebracht werden. Nachts flaut der Wind meist ab, so dass solche Arbeiten manchmal in die Nacht verschoben werden müssen.

Die rechtliche Lage bei Nacht, Sonn- und Feiertagen

Rechtlich gilt:

  • Das Immissionsschutzgesetz schreibt zu bestimmten Zeiten Lärmgrenzwerte vor.
  • Von 22 bis 6 Uhr herrscht Nachtruhe
  • Auch an Sonn- und Feiertagen gilt: Lärmintensive Arbeiten müssen ruhen. Samstag ist hingegen ein normaler Werktag.

Doch es gibt Ausnahmen und viele Bundesländer haben eigene Regelungen:

  • Können landwirtschaftliche Arbeiten nicht verschoben werden, verkürzen einige Bundesländer die Nachtruhe um zwei Stunden, auf  23.00 bis 5.00 Uhr. Rheinland-Pfalz hebt in solchen Fällen die Nachtruhe ganz auf.
  • Einzelne Gerichtsurteile erlauben nächtlichen Erntelärm bis zu zehn Tage im Jahr.
  • Gleiches gilt auch für Sonn- und Feiertage.

So vermeiden Landwirte Ärger mit Anwohnern

  • Grundsätzlich ein gutes nachbarschaftliches Verhältnis pflegen.
  • Bei ortsnahen Arbeiten die Anwohner vor Beginn der nächtlichen Arbeiten oder vor der Gülleausbringung informieren.
  • Das Gespräch suchen und die Gründe der Notwendigkeit dieser Arbeitsschritte erklären.
  • Möglichst die Gülleausbringung an Samstagen vermeiden.

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