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Jahresbilanz

Nordzucker: Höhere Preise sorgen für kräftigen Überschuss

Vorstand von Nordzucker
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Anke Fritz, agrarheute
am
24.05.2017

Europas zweitgrößter Zuckerhersteller Nordzucker stellte heute in einer Bilanzpressekonferenz die Zahlen aus dem Geschäftsjahr 2016/2017 vor.

Nordzucker hat das Geschäftsjahr 2016/17 mit einem Jahresüberschuss von 99 Millionen Euro abgeschlossen. Ein höherer Absatz und bessere Preise für Zucker haben dazu beigetragen. Zudem schlugen erneut Einsparungen aus dem Effizienzprogramm positiv zu Buche. Für das kommende Geschäftsjahr erwartet der Zuckerproduzent ein Ergebnis mindestens auf diesem Niveau. Nordzucker erzielte im Geschäftsjahr 2016/17 (Stichtag 28.2.) einen Konzernumsatz von 1.708 Millionen Euro und lag damit sechs Prozent über dem Vorjahr mit 1.607 Mio. Euro.

Zuckerverbrauch übertrifft Zuckerproduktion

Der globale Verbrauch von Zucker übertraf im Wirtschaftsjahr 2015/16 sowie im noch laufenden Zuckerwirtschaftsjahr (jeweils 1. Oktober bis 30. September) die Produktion. Dieses Defizit führte zu einem Abschmelzen der Zuckerbestände. Dadurch waren die Zuckerpreise am Weltmarkt im Verlauf des letzten Jahres deutlich gestiegen.

Auch die EU-Marktpreise entwickelten sich zeitverzögert nach oben. Nordzucker konnte davon profitieren und durch erfolgreiche Vertriebsaktivitäten auch die abgesetzten Mengen steigern.

Milchkrise wirkte sich auf das erste Halbjahr aus

Insgesamt blieb der Umsatz mit Futtermitteln aus Rüben nahezu unverändert. Die schwierige Lage auf dem Milchmarkt wirkte sich bei Zuckerrübenpellets und -schnitzeln im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres aus. Die Situation stabilisierte sich erst im zweiten Halbjahr, so dass sich Preise und Absätze erholen konnten.

Der Melasse-Absatz blieb mengenmäßig stabil. Jedoch brachten Billigimporte die Preise unter Druck. Melasse wird vor allem in der Hefe- und Alkoholindustrie sowie im Futtermittelbereich eingesetzt.

Wegfall der Zuckermarktordnung erschwert Prognose

Das Ende der europäischen Zuckermarktordnung in ihrer bisherigen Form im Oktober 2017 stellt eine Zäsur dar. Der Vorstandsvorsitzende Hartwig Fuchs blickt optimistisch nach vorn: „Wir brauchen gute Ideen und Mut. Die haben wir und sind überzeugt: Die Rübe hat Zukunft und bleibt wettbewerbsfähig. Höhere Zuckererträge und flexible Anbaukonditionen über 2017 hinweg werden den Betrieben dauerhaft eine feste wirtschaftliche Grundlage sichern. Mit unseren Anbauern haben wir gemeinsam die Grundlage für den zukünftigen Erfolg im freien Markt gelegt.“

Die Veränderungen im Markt erschweren zwar eine Prognose der kommenden Ergebnisse. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet Nordzucker aber insgesamt mit einem Ergebnis mindestens auf dem Niveau des Vorjahres.

Mit Material von Nordzucker
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