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Direktvermarktung

Ratgeber: Fleisch erfolgreich ab Hof vermarkten

Fleischvermarktung
am Dienstag, 21.09.2021 - 07:00 (Jetzt kommentieren)

Fleischprodukte ab Hof werden immer beliebter. Doch für die Direktvermarktung von Fleisch gilt es einiges zu beachten.

Wer in die Direktvermarktung von Fleisch einsteigen möchte, sollte sich zunächst Gedanken machen, welcher Vermarktungsweg der passende ist. Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen hat folgende Vermarktungsmöglichkeiten zusammengefasst:

  • Ein Vermarktungsweg ist über Fleischpakete auf Bestellung. Heute werden allerdings große Mischpakete seltener nachgefragt, denn viele Verbraucher haben keine großen Vorratskapazitäten. Wenn Teilstücke einzeln verkauft werden, sollte jedoch überlegt sein, wie die weniger hochwertigen Teilstücke verwertet werden.
  • Als Abnehmer sollten auch andere Direktvermarkter, gastronomische Betriebe u.a. Großverbraucher in Betracht gezogen werden. Hier kann sich „das Klinken putzen" durchaus lohnen.
  • Mehr Möglichkeiten bietet der Verkauf über einen eigenen Hofladen. Das Fleisch kann auch als gastronomisches Angebot vor Ort angeboten werden.
  • Unter Umständen ist ein Marktverkauf sinnvoll. Mit einem speziellen Verkaufswagen darf dort auch Frischfleisch verkauft werden. Auf einem Markt kann jedoch, je nach Standort, die Konkurrenz groß sein.
  • Als flexible Verkaufsmöglichkeit bietet sich der Automatenverkauf an. Dabei sollte der Automat zu jeder Zeit ausreichend gefüllt und an die Saison angepasst sein. Je nach Standort, kann dieser Weg ein großes Kundenpotenzial haben. Nachgefragt werden dabei allerdings vor allem edlere Fleischstücke und Grillfleisch.

Strenge Einhaltung der Hygienevorschriften

Wer Fleischprodukte direkt verkaufen möchte, sollte die lebensmittelrechtlichen Vorschriften genau kennen und einhalten. Dazu zählen die drei großen Bereiche Betriebshygiene, Prozesshygiene und die Personalhygiene. Diese müssen regelmäßig durch betriebseigene Kontrollen überprüft und ausreichend dokumentiert werden. Dies gilt auch, wenn das Fleisch im eigenen Betrieb zu Mahlzeiten und verzehrfertigen Gerichten weiterverarbeitet wird.

  • Trennung von verschiedenen Bereichen wie Rein/Unrein und Wareneingang/-ausgang.
  • Einhaltung der Kühlkette
  • regelmäßige Reinigung und Desinfektion aller Flächen und Geräte.
  • Rückverfolgbarkeit aller Produkte
  • Belehrung aller am Verkauf beteiligten Personen zu Hygienestandard

Steuerrechtliche Bedingungen

Mit dem Steuerberater müssen die neuen Einnahmen korrekt verbucht werden und eine Verkaufswaage muss beim Eichamt angemeldet werden. Der Verkauf der eigenen landwirtschaftlichen Produkte zählt aus steuerlicher Sicht zur Landwirtschaft. Darüber hinaus zählen auch Produkte der zweiten (gewerblichen) Verarbeitungsstufe noch zur Landwirtschaft, wenn der Nettoumsatz nachhaltig die Grenze von 51.500 Euro nicht überschreitet und nicht mehr als ein Drittel des Gesamtumsatzes des Betriebes einnimmt.

Guter Kontakt zu Behörden und Ämtern

Auch Versicherungen, wie die Betriebshaftpflicht, müssen aktualisiert werden. Wird ein Gebäude bzw. ein Gebäudeteil nicht mehr landwirtschaftlich genutzt und zu einem Verarbeitungsraum eingerichtet, ist die Umnutzung zu beantragen.

Für die erfolgreiche Vermarktung von Fleischprodukten ist ein regelmäßiger Kontakt zu den Behörden und Ämtern essentiell. Dazu zählen neben dem Veterinäramt und Gesundheitsamt, auch das Ordnungsamt und die Berufsgenossenschaft.
 

Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen bietet Beratung für Einsteiger in die Direktvermarktung von Fleischprodukten.

Mit Material von Sabine Hoppe/LWK Niedersachsen

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