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Abmahnwelle: Das müssen Landwirte auf ihren Webseiten prüfen

Abmahnung wegen Google Fonts
am Montag, 17.10.2022 - 15:40 (Jetzt kommentieren)

Betreiben Sie als Landwirt eine Internetseite über Ihren Hof, drohen Ihnen Schadenersatzzahlungen, wenn Sie gegen das Datenschutzrecht der Nutzer verstoßen. Bei der Einbindung von Google-Schriftarten auf der Webseite kann ein solcher Verstoß vorliegen. So schützen Sie sich vor Abmahnungen.

Google stellt mit seinem Verzeichnis Google Fonts etwa 1.400 Schriftarten lizenzfrei zur Verfügung. Ruft ein Nutzer eine Webseite mit diesen Schriftarten auf, müssen die Schriften nicht auf seinem eigenen Server hochgeladen werden. Stattdessen werden die Schriften auf einen Google-Server geladen. Für den Nutzer bedeutet das, dass seine Daten an Google übertragen werden.

Nach Auffassung des Landgerichts München verstößt diese Weitergabe von Daten gegen die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) und gegen das Persönlichkeitsrecht (Az. 3 O 17493/20). Abmahnungen und Schadenersatzansprüche können die Folge sein. Wie beispielsweise der Händlerbund berichtet, erhalten viele Webseitenbetreiber derzeit Schreiben, in denen eine Schadenersatzzahlung von 100 Euro gefordert wird. Die Schreiben stammten scheinbar von Privatpersonen und enthielten oft denselben Text.

Wie die Fachleute auf datenschutzexperte.de erklären, können Sie eine DSGVO-konforme Nutzung von Google Fonts schnell überprüfen und sicherstellen.

Wann verstoße ich mit Nutzung von Google Fonts gegen das Datenschutzrecht?

Wie aus dem Urteil des Landgerichts München hervorgeht, sei es problematisch, wenn die dynamische IP-Adresse des Nutzers automatisiert und ohne Zustimmung des Nutzers an Google weitergeleitet wird. Dadurch werde gegen das Recht auf informationelle Selbstbestimmung und gleichzeitig gegen das allgemeine Persönlichkeitsrecht verstoßen.

Schließlich könne der Internetseitenbetreiber auch dafür sorgen, dass bei Aufruf seiner Webseite die IP-Adresse des Nutzers nicht an Google übertragen wird. Deshalb liege keine Rechtfertigung für die Weitergabe der IP-Adresse vor.

Nach Angaben von datenschutzexperte.de komme es auf die Art und Weise an, wie die Google-Schriftarten auf Ihrer Seite eingebunden sind. Mit einer dynamischen Einbindung (Remote-Einbindung) könnten Besucher der Webseite sich in ihrem Persönlichkeitsrecht verletzt sehen. Rechtssicher, weil ohne Übertragung von IP-Adressen, sei dagegen die statische Einbindung auf Ihrem eigenen Server.

Wie funktioniert die statische Einbindung von Google Fonts?

Um Google Fonts statisch beziehungsweise lokal einzubinden, müssen Sie Ihre gewünschten Schriftarten laut datenschutzexperte.de bei Google Fonts herunterladen. Anschließend würden die entpackten Schriftarten auf Ihrem Webserver hochgeladen und könnten in verschiedenen Formaten genutzt werden.

Die Integration der Schriftarten sollen Sie anschließend prüfen und anpassen.

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