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Antrag auf Tarifglättung: Diese kurze Frist müssen Landwirte einhalten

Der Zeitraum, für den die Tarifglättung rückwirkend in Anspruch genommen werden kann, ist lang - die Frist für die Beantragung dagegen nicht.
am Donnerstag, 08.09.2022 - 05:00 (Jetzt kommentieren)

Wer seine Steuerbelastung durch Nutzung der Tarifglättung verringern will, muss sich beeilen: Die Frist für den Antrag auf Tarifermäßigung läuft schnell ab.

Seit 2019 können Landwirte einen Antrag auf Tarifermäßigung stellen. Wegen der teilweise massiven Ernteeinbußen im Jahr 2018 hat der Gesetzgeber ihnen eine Möglichkeit geschaffen, die Einkommensteuerbelastung verringern.

Durch die Tarifglättung werden stärkere Wirtschaftsjahre mit einer höheren Steuerlast durch schwächere Wirtschaftsjahre mit einer niedrigeren Steuerlast ausgeglichen.

Falls Ihre Einkünfte in den letzten Jahren starken Schwankungen unterlagen, könnte dies zu einer höheren steuerlichen Belastung geführt haben, als Sie mit einer tariflichen Glättung zahlen müssten.

Frist für Einspruch gegen Steuerbescheid beträgt einen Monat

Beantragt wird die Tarifermäßigung immer für Dreijahreszeiträume – von 2014 bis 2016, 2017 bis 2019 und 2020 bis 2022. Für die Jahre ab 2014 lassen sich die Gewinne aus der Land- und Forstwirtschaft also rückwirkend verringern, indem sie gleichmäßig auf die drei Steuerjahre verteilt werden.

Das Beratungsunternehmen Ecovis rät dazu, die Tarifglättung unbedingt rechtzeitig zu beantragen. Denn im April hat das Finanzgericht Niedersachsen entschieden, dass die Frist für den Antrag nur so lange läuft, bis der Einkommensteuer-Erstbescheid bestandskräftig ist (3 K 20/22). Die Bestandskraft erlangt der Bescheid, wenn der Landwirt keinen Einspruch gegen ihn eingelegt hat – und dafür hat er nach Bekanntgabe einen Monat Zeit.

„Bekommen Landwirte ihren Steuerbescheid ohne Berücksichtigung der Tarifglättung, müssen sie unbedingt innerhalb der einmonatigen Frist Einspruch einlegen und den Antrag schnellstens nachreichen. Andernfalls ist eine Steuererstattung mittels Tarifglättung nicht mehr möglich“, warnt Ecovis-Steuerberater Georg Bauhuber in Rosenheim.

Letzte Chance für die Tarifglättung nutzen

Außerdem sollten Landwirte laut Ecovis bedenken, dass bei der Tarifglättung noch keine elektronische Antragstellung möglich ist. Die Papieranträge müssten also rechtzeitig und mit Abgabe der Steuererklärung beim Finanzamt sein.

Darüber hinaus kann derzeit nicht von einer Verlängerung der Tarifermäßigung für die kommenden Jahre ausgegangen werden. Wie Ecovis informiert, ist im Entwurf des Jahressteuergesetzes 2022 bisher keine Verlängerung vorgesehen.

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