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Bildung

Ausbildungszahlen in der Landwirtschaft noch konstant

von , am
23.08.2011

Hannover - In der spannendsten Zeit – der Ernte und Neuaussaat für das kommende Jahr – auf
einem Betrieb mitzuarbeiten, diesen Traum können sich Schulabgänger noch erfüllen.

Junge Landwirte können 2015 ein dreimonatiges Agrarpraktikum in Russland absolvieren. © Mühlhausen/landpixel
50 bis 100 freie Ausbildungsplätze hatten die landwirtschaftlichen Betriebe in Niedersachsen zu Beginn des neuen Ausbildungsjahres am 1. August noch zu vergeben. "Dies ist eine normale Situation und viele Plätze können häufig noch kurzfristig besetzt werden", sagt Richard Didam, zuständig für die Aus- und Fortbildung bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen.
 
Insgesamt sei das Verhältnis zwischen zu besetzenden Stellen und Bewerbern wieder recht ausgeglichen. Auch in der Hauswirtschaft wurden die Ausbildungsplätze zur Hauswirtschafterin oder auch zur Helferin in der Hauswirtschaft wieder gut nachgefragt, teilt Juliane Pegel als Verantwortliche für die Aus- und Fortbildung bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen mit. 

Schülerzahlen seit Jahren konstant

Erwartet werden 2011 wieder über 1.700 landwirtschaftliche und etwa 1.250 hauswirtschaftliche Auszubildende. In allen 15 Grünen Berufen in Niedersachsen werden auch in diesem Jahr wieder über 6.000 Auszubildende erwartet. Konkrete Zahlen dazu werden bis Ende September erhoben. "Diese Zahlen sind seit Jahren konstant", freut sich der Vorsitzende des Landvolk- Bildungsausschusses, Thorsten Riggert.

Ständig wachsender Bedarf an Arbeitskräften

Aber auch der niedersächsischen Landwirtschaft droht der Fachkräftemangel, verursacht durch den demographischen Wandel und verstärkt durch den steigenden Bedarf an Arbeitskräften auf wachsenden Betrieben. "In den neuen Bundesländern ist dieser Trend schon angekommen", sagt Riggert. Um Niedersachsen frühzeitig für den Kampf um den Berufsnachwuchs zu rüsten, hat er vor zwei Jahren eine Ausbildungsoffensive gestartet. In Zusammenarbeit mit der Landwirtschaftskammer, der Landjugend, den Junglandwirten und den Arbeitsagenturen soll einerseits das Image der Grünen Berufe verbessert werden.

Grünen Berufe haben Zukunft

Andererseits sollen Multiplikatoren und Jugendliche intensiv über die Aus- und Fortbildungsmöglichkeiten in der Landwirtschaft informiert werden. "Ich stelle immer wieder fest, wie wenig Lehrer, Eltern, Agenturmitarbeiter aber auch die Schüler selber über die Landwirtschaft wissen", sagt Riggert. "Dies müssen wir schnell ändern, um auch zukünftig noch ausreichend gute Leute für die Grünen Berufe gewinnen zu können." Didam begrüßt dieses Engagement sehr. Auch wenn er immer noch fast alle Ausbildungsplätze im Land besetzen kann, beobachtet er seit einigen Jahren, dass die Zahl der jungen Leute, die noch einen Ausbildungsplatz suchen, bereits zurückgeht.
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