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Bildung

BDL: Jugend braucht Perspektiven

von , am
26.07.2013

Berlin - Der Bund der Deutschen Landjugend (BDL) hat eine Europäische Ausbildungsoffensive für die Landwirtschaft gefordert, die interessierte junge Europäer fit für eine Ausbildung auf deutschen Höfen macht.

Landjugend bemängelt Fairness der Regierungspolitik. © Aerogondo/Fotolia
"Vor genau einem Jahr haben wir angesichts der hohen Jugendarbeitslosigkeit gefragt, warum jungen Menschen aus Südeuropa hierzulande nicht mehr Perspektiven geboten werden", stellt Matthias Daun fest. Der Vorsitzende des Bundes der Deutschen Landjugend (BDL) ist erstaunt darüber, dass die Bundesregierung sich erst in diesem Sommer dieses Problems angenommen hat.
 
Das Gipfeltreffen und das Positionspapier, in dem sich die Bundesregierung zur Förderung der beruflichen Mobilität Jugendlicher bekennt, dürfe kein Lippenbekenntnis bleiben, sagt der junge Mann nachdrücklich. Mit Recht bezeichne die Regierung darin die Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit als eine der größten Herausforderungen für die Europäische Union (EU).

"Wir müssen Brücken bauen"

Die Freizügigkeit, in anderen EU-Staaten leben, lernen oder arbeiten zu können, sei ein wichtiges Grundrecht, betont der Vorsitzende des größten Jugendverbandes im ländlichen Raum. Allerdings stünden dem etliche Hindernisse wie Sprache, Bürokratie oder die Anerkennung bestehender Abschlüsse entgegen. Und es mangele an einer entsprechenden Willkommenskultur. "Wir müssen Brücken bauen, damit junge Menschen hier nicht nur für die Ausbildungszeit Perspektiven finden können", so Matthias Daun.

Anerkennung und Wertschätzung

Der Bund der Deutschen Landjugend und seine Landesverbände arbeiten seit Jahren mit Partnerschaften, Auslandspraktika, internationalen Kongressen, Seminaren und Begegnungen daran. Das allein zieht natürlich nicht mehr junge EU-BürgerInnen in deutsche Gemeinden, aber es hilft eine Kultur der gesellschaftlichen Anerkennung und Wertschätzung auf dem Land zu schaffen. Um Auszubildende aus anderen Teilen Europas für freie Ausbildungs- und Arbeitsplätze in der deutschen (Land)Wirtschaft zu begeistern, bedürfe es allerdings auch einer arbeitsmarktbezogenen Integrationskultur.

Reelle Unterstützung notwendig

"Welcher EU-Bürger jenseits unserer Grenzen kennt unser duales Ausbildungssystem oder weiß von freien Ausbildungs- und Arbeitsplätzen", fragt Matthias Daun. Er fordert an dieser Stelle reelle Unterstützung - von der Politik, der Wirtschaft, aber auch von den berufsständischen Organisationen und Verbänden. Die müsste von gezielten Informationen vor Ort bis zu Sprachkursen reichen, die interessierte junge EuropäerInnen auf die hiesige Ausbildung vorbereiten, so der BDL-Bundesvorsitzende. "Das schafft Spielräume, um die Situation und die Struktur vor Ort zu verbessern", sagt der junge Mann. Denn die verstärkte Anwerbung seiner AltersgenossInnen aus EU-Ländern mit hoher Jugendarbeitslosigkeit könne auf lange Sicht keine Lösung bieten.

Jugend stärken - in Zukunft investieren

Vielmehr sei es wichtig, dass junge Menschen in ihrer Heimat Ausbildung und Zukunft finden. Er verweist auf das hiesige duale Bildungssystem, das sich in seiner Praxisnähe und passgenauen Ausbildung als Exportschlager eignet - gerade weil durch die enge Anbindung an die Lehrbetriebe der Einstieg ins Berufsleben besser gelingt. Aufbau und Anpassung einer solchen Ausbildungsstruktur an die Gegebenheiten vor Ort dauern allerdings Jahre. Und sie kosten. Aber auch hier gelte: "Investitionen in die Jugend sind Investitionen in die Zukunft", betont Matthias Daun. Es dürfe nicht wieder ein Jahr vergehen, bis aus Worten Taten werden, sagt er angesichts des gerade veröffentlichten Positionspapiers der Bundesregierung zur Stärkung des europäischen Arbeitsmarktes: "Maßnahmen zur Förderung der Jugendbeschäftigung in der Europäischen Union".
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