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Biogas-Wärme für Dritte: So berechnen Sie die Steuerhöhe richtig

Um den KWK-Bonus zu erhalten, geben Biogasanlagenbetreiber oft kostenlos oder günstig Wärme an Dritte ab. Dabei fällt Umsatzsteuer an, deren Berechnung bisher strittig war. Jetzt hat sich der Bundesfinanzhof auf eine Methode festgelegt.
am Samstag, 05.11.2022 - 05:00 (Jetzt kommentieren)

Der Bundesfinanzhof (BFH) hat die Unklarheit bei der Ermittlung der Umsatzsteuer für die unentgeltliche Bereitstellung von Biogas-Wärme an Dritte beseitigt. So müssen Sie als Biogasanlagenbetreiber vorgehen.

Wie das Beratungsunternehmen Ecovis erläutert, bestand für einige Anlagenbetreiber bislang Unsicherheit bei der Errechnung der Bemessungsgrundlage. In der Folge war die ermittelte Umsatzsteuer den Finanzämtern oft zu niedrig.

Im März hat der BFH für betroffene Biogasbetreiber aufgezeigt, wie die Selbstkosten zu berechnen sind (Aktenzeichen V R 34/20). Laut Ecovis sollten sich insbesondere von Blockheizkraftwerken (BHKW) informieren.

Selbstkosten für Strom und Wärme anhand des Marktwerts schätzen

Auch wenn die Wärmeabgabe an Dritte kostenlos erfolgt, muss ein Wert herangezogen werden, um letztlich die richtige Umsatzsteuer festzusetzen. Dieser Wert setze sich aus dem Einkaufspreis und den Nebenkosten zusammen.

Allerdings kann es sich bei der Wärme als selbst hergestelltes Wirtschaftsgut nur um einen fiktiven Einkaufspreis handeln. Ein fiktiver Einkaufspeis könne nur abgeleitet werden, wenn der Anlagenbetreiber selbst Wärme aus dem Nahwärmenetz bezieht – andernfalls müssen die Selbstkosten angesetzt werden.

Weil Blockheizkraftwerke Wärme im Überschuss produzieren, sei die Ermittlung der Selbstkosten hier besonders relevant. An der Schätzung der Selbstkosten für Wärme und Strom sei es bisher aber oft gescheitert, erklärt Ecovis. Dem Gesetz zufolge könne dafür die Marktwertmethode genutzt werden.

Marktwertmethode für viele Blockheizkraftwerke notwendig

Für Wärme lasse sich der Preisansatz aus dem durchschnittlichen Preis für Fernwärme ableiten. Dabei könnten Zu- oder Abschläge für Liefergarantien, Leistungskosten oder regionale Besonderheiten berücksichtigt werden.

Bei Blockheizkraftwerken müssten die tatsächlichen oder fiktiven Umsätze anhand von Marktwerten herangezogen werden. Keine Rolle spielten die erzeugten Mengen an elektrischer oder thermischer Energie bei der Aufteilung der Selbstkosten auf Wärme und Strom.

„Die Entscheidung der obersten Finanzrichter ist zu begrüßen. Die Marktwertmethode führt zu einer realistischen und meist niedrigeren Bemessungsgrundlage für die Umsatzsteuer. Betreiber von Blockheizkraftwerken sollten bei Diskussionen mit dem Finanzamt auf das Urteil des Bundesfinanzhofs verweisen“, so Ecovis-Steuerberater Franz Brebeck.

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