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Recht

BVVG: Obergrenze für Lose wird halbiert

© landpixel
von , am
29.04.2013

Das Bundeslandwirtschaftsministerium senkt die Obergrenze der zur Ausschreibung vorgesehenen BVVG-Lose von derzeit 50 Hektar auf 25 Hektar. Somit wird die Investition für kleinere Betriebe einfacher.

Die Pachten sind in den letzten Jahren stetig gestiegen. © Mühlhausen/landpixel
Die von der Bodenverwertungs- und -verwaltungs GmbH (BVVG) bei der Privatisierung landwirtschaftlicher Flächen einzuhaltenden Regeln werden mit sofortiger Wirkung durch Protokollnotizen an einigen Stellen ergänzt. Damit reagiert der Bund auf Wünsche, die von den ostdeutschen Bundesländern im Rahmen des Bilanzgesprächs am 30.01.2013 vorgebracht wurden. Mit den Ergänzungen soll auch den seit der Verabschiedung der Privatisierungsgrundsätze 2010 veränderten Rahmenbedingungen Rechnung getragen werden. Hierzu zählen auch die deutlich gestiegenen Bodenpreise oder die mittlerweile erfolgte Notifizierung des von der BVVG angewandten Vergleichspreissystems durch die EU-Kommission.
 

Im Einzelnen sehen die Protokollnotizen Folgendes vor:

  • Um den Erwerb oder die Pacht von Flächen zu erleichtern, wird die Obergrenze der zur Ausschreibung vorgesehenen Lose von derzeit 50 Hektar auf 25 Hektar gesenkt, mithin also halbiert.
  • Junglandwirten wird die Möglichkeit gegeben, sich ebenfalls an beschränkten Ausschreibungen zu beteiligen. Deshalb werden die im Wege beschränkter Ausschreibungen zum Kauf oder zur Pacht angebotenen Flächen von derzeit 5.000 Hektar jährlich für die Jahre 2013 und 2014 auf 7.500 Hektar angehoben.
  • Teilnahmeberechtigt sind sowohl Landwirte, die in den vergangenen zehn Jahren ein Einzelunternehmen übernommen bzw. gegründet haben, als auch Personen, die ein solches Unternehmen gründen wollen. Voraussetzung ist jeweils, dass der Antragsteller eine natürliche Person und unter 40 Jahre alt ist und über einen landwirtschaftlichen Berufsabschluss verfügt. Die geplante Einrichtung eines Betriebes ist durch Vorlage eines Betriebskonzepts glaubhaft zu machen, das von den zuständigen Landesstellen geprüft wird.
  • Die BVVG wird den Marktwert der Flächen im Rahmen des Direkterwerbs weiterhin auf der Grundlage ihres Vergleichspreissystems ermitteln. Sachverständigengutachten zur Überprüfung des von der BVVG angebotenen Kaufpreises werden von der BVVG nicht mehr in Auftrag gegeben. Es steht den Käufern aber frei, ein Gutachten auf eigene Kosten zu beauftragen. Die BVVG wird wie bisher nachvollziehbare Einwendungen der Direkterwerbsberechtigten berücksichtigen.

Investition für kleinere Betriebe einfacher

"Indem wir die Obergrenze für den Erwerb oder die Pacht bei Ausschreibungen von Agrarflächen der BVVG auf 25 ha halbieren, wird die Investition auch für kleinere Betriebe einfacher", betonte Aigner. Außerdem sollten Junglandwirte mit guten Ideen und Konzepten künftig im Rahmen der AusschreibungenVortritt haben. Diese Anpassungen eröffneten den Betrieben Zukunftperspektiven angesichts der Veränderungen auf dem landwirtschaftlichen Bodenmarkt. Die Sprecherin für Ländliche Räume der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Cornelia Behm , begrüßte die beschlossenen Änderungen als "einen Schritt in die richtige Richtung".
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