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Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Afrikanische Schweinepest

China erlaubt Frankreich bei ASP-Ausbruch Schweinefleisch-Importe

ASP Schweine Export China Frankreich
am Dienstag, 14.12.2021 - 12:50 (2 Kommentare)

Frankreich kann bei einem ASP-Ausbruch trotzdem Schweinefleisch nach China exportieren. Dazu gibt es jetzt eine Vereinbarung zwischen beiden Ländern.

Frankreich hat am Montag (13.12.) eine Vereinbarung mit dem europäischen Hauptexportkunden China unterzeichnet, um sicherzustellen, dass der Schweinefleischhandel auch bei einem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) fortgesetzt werden kann.

Die Vereinbarung könnte möglicherweise eine Blaupause für die von chinesischen Exportstopps betroffenen europäischen Länder wie Deutschland und auch andere von ASP bedrohte Exportländer sein. Das meldet die Nachrichtenagentur Reuters. Das französische Wirtschaftsministerium veröffentlichte eine entsprechenden Presseerklärung.

Pauschale Verbote des Fleischhandels durch China und andere Importländer aufgrund von ASP-Ausbrüchen und anderen Krankheiten wie der Vogelgrippe haben regelmäßig die Ausfuhren aus großen Exportregionen in Europa und Amerika unterbrochen. China ist seit dem ASP-bedingten Produktionseinbruch der größte Schweinefleischimporteur der Welt und für die Länder der Europäischen Union der mit Abstand größte Drittlandsmarkt.

ASP kommt in Frankreich zwar derzeit nicht vor, hat sich aber in Europa immer weiter ausgebreitet. Vor drei Jahren wurden in Belgien nahe der französischen Grenze ebenfalls Fälle bei Wildschweinen gefunden. Deutschland ist hingegen als bis dahin größter europäischer Exporteur von dem wegen der ASP-Ausbrüche bei Wildschweinen verhängtem Importstopp Chinas massiv betroffen.

Auch der dramatische Preisverfall am deutschen und europäischen Binnenmarkt hängt neben den Corona-Folgen eng mit ASP und den chinesischen Handelsbeschränkungen zusammen.

Regionaler Ansatz für Exporte bei ASP

ASP Schweinefleisch Export

Die Vereinbarung vom Montag, die sofort in Kraft tritt, bedeutet, dass China Schweinefleischexporte aus nicht von ASP betroffenen Regionen Frankreichs zulassen würde, selbst wenn ASP anderswo im Land auftritt, teilten das französische Wirtschafts- und das Landwirtschaftsministerium in einer Erklärung mit.

Über eine solche Regionalisierungsvereinbarung verhandelt das deutsche Landwirtschaftsministerium seit dem ASP-Ausbruch mit den Chinesen, bislang aber ohne ein positives Ergebnis – obwohl gerade der deutsche Schweinemarkt von den Handelsbeschränkungen massiv betroffen ist. Deutschland befindet sich weiter in Gesprächen mit Peking über einen regionalen Ansatz. Es ist seit letztem Jahr wegen ASP-Fällen vom chinesischen Markt ausgeschlossen.

„Dieses Abkommen ist das erste seiner Art, das China zugunsten eines EU-Landes unterzeichnet hat. Es ist somit ein Modell und läutet zukünftige Abkommen mit anderen Sektoren und Ländern ein", sagte der französische Landwirtschaftsminister Julien Denormandie.

Chinas Finanzministerium sagte in einer separaten Erklärung, es begrüße „das Inkrafttreten des regionalen Managementabkommens für die Afrikanische Schweinepest“, berichtet Reuters. Das Abkommen wurde während eines regulären Treffens französischer und chinesischer Wirtschaftsexperten unterzeichnet.

Während die Einigung mit Frankreich ermutigend sei, befinde sich Deutschland angesichts der Präsenz von ASP auf seinem Territorium in einer anderen Situation, sagte ein Sprecher des deutschen Bundeslandwirtschaftsministeriums gegenüber Reuters.

Frankreich: Zwei Jahre mit China verhandelt

Fast zwei Jahre lang fanden viele Austausche zwischen den französischen und chinesichen Behörden statt und die beiden für Zoll bzw. Landwirtschaft zuständigen Ministerien haben ein Memorandum entwickelt, heißt es von französischer Seite.

Anlässlich des hochrangigen Wirtschafts- und Finanzdialogs zwischen Bruno Le Maire, Minister für Wirtschaft, Finanzen und Wiederaufbau und HU Chunhua, stellvertretender Premierminister Chinas, wurde das Abkommen über die Anerkennung der Zoneneinteilung zugunsten von Frankreich vom Minister für Landwirtschaft und Ernährung, Julien Denormandie, unterzeichnet.

Mit der wirksamen Umsetzung des Abkommens wird diese Anerkennung es ermöglichen, den Export von Schweinefleischprodukten aus französischen Zonen, die frei von ASP sind, nach China fortzusetzen, wenn ein Fall von Schweinepest auftritt.

"Diese Vereinbarung sichert den Export unserer Schweineproduzenten. Es ist daher ein entscheidender Garant für die Preise und für den Wohlstand unserer Bauern“, sagt Bruno Le Maire.

„Dieses Abkommen ist das erste seiner Art, das China zugunsten eines Landes der Europäischen Union unterzeichnet hat. Es ist in diesem Sinne beispielhaft und Vorläufer weiterer Vereinbarungen, die noch folgen werden, für andere Sektoren und für andere Länder. Es zeigt auch den guten Zustand des Gesundheitsüberwachungssystems Frankreichs und ermöglicht eine frühzeitige und proaktive Absicherung für die französische Landwirtschaft, um so das Einkommen der Landwirte zu festigen“, so Le Maire.

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