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Bildung

Jeder Dritte bricht Studium ab

© Mühlhausen/landpixel
von , am
23.05.2012

Die Abbruchquote der Studierenden an den Universitäten und Fachhochschulen ist alamierend. Jeder dritte beendet sein Studium nicht. Grund sei vor allem die Umstellung auf Bachelor und Master.

Für alle BAföG-Empfänger gelten ab Wintersemester 2016/2017 neue Regeln. © lightpoet/Fotolia.com
Insgesamt 28 Prozent der Studienanfänger der Jahrgänge 2006/2007 brechen ihr Bachelorstudium ab. Das geht aus einer Untersuchung der Hochschul-Informations-System GmbH (HIS) im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung über den Absolventenjahrgang 2010 hervor. Die Abbruchquote sei vor allem durch die Entwicklung an den Universitäten gestiegen: Während an Fachhochschulen nur 19 Prozent (%) der Bachelor-Studienanfänger ihr Studium abbrächen, seien es an den Unis 35 %. 

Überdurchschnittlich hohe Abbruchquote im grünen Bereich

Studienabbruchquote an Universitäten
Auch in der Fächergruppe Agrar-/Forst-/Ernährungswissenschaften belaufe sich laut HIS-Studie der Umfang des Studienabbruchs an den Universitäten im Bachelorstudiengang auf ein Drittel. Damit falle die Abbruchquote überdurchschnittlich hoch aus. Kompensiert würde dieser Verlust aber durch die höchste Wechslerquote im Vergleich zu den anderen Fächergruppen von neun Prozent, schreiben die Autoren der Studie.
"In den zugehörigen Studienrichtungen wurde die Umstellung auf Bachelor- und Masterabschlüsse sehr frühzeitig in Angriff genommen. Allerdings konnte bei der letzten Messung im Jahr 2006 über alle Abschlussarten hinweg für die agrar-, forst- und ernährungswissenschaftlichen Fächer ein bemerkenswert hoher Studienerfolg verzeichnet werden, der sich in den aktuellen Berechnungen im Bachelorstudium nicht fortgesetzt hat.
 
Möglicherweise sind die zugehörigen Studienrichtungen stärker als zunächst vermutet von Anfangs- und Umstellungsschwierigkeiten betroffen, die sich erst im Laufe der Jahre von den Hochschulen beheben lassen", heißt es weiter.

Differenz zwischen beiden Hochschulformen

Studienabbruchquote an Fachhochschulen
Besser, aber dennoch nicht gut sieht es an den Fachhochschulen aus. In der Untersuchung beläuft sich der Studienabbruch in den agrar-, forst- und ernährungswissenschaftlichen Bachelorstudiengängen auf 21 %. Hier scheint sich die Umstellung auf die neuen Studienstrukturen noch ungünstig auszuwirken. Denn bei den Absolventen im Jahr 2006 war in den entsprechenden Diplomstudiengängen lediglich eine Abbruchquote von zwölf Prozent festzustellen.
 
Die deutliche Differenz zwischen den beiden Hochschulformen erklären sich die HIS-Autoren durch "Übergangs- und Anpassungsprobleme" bei der Einführung des Bachelors. Die meisten Universitäten hätten den Bachelor erst nach den Fachhochschulen eingeführt, bei denen 2006 noch 39 % der Studierenden ihren Bachelor-Studiengang ohne Abschluss beendet hätten.
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