Zum Adventsgewinnspiel

Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Anbauplanung

Düngeverordnung: Stickstoffeffiziente Weizensorten sind gefragt

am Dienstag, 16.08.2016 - 13:00 (Jetzt kommentieren)

Im Weizenanbau ist der Proteingehalt oft ein wichtiges Kriterium für den erfolgreichen Verkauf. Vor dem Hintergrund der novellierte Düngeverordnung sind künftig Sorten von Interesse, die den verfügbaren Stickstoff möglichst effizient in hohe Proteinerträge umsetzen.

Bei den 2016 insgesamt 20 neu eingetragenen Weizensorten sind etliche stickstoffeffiziente Typen dabei. Mehr dazu finden Sie im dlz-Sortenführer 6/2016 auf Seite 12.

Ob sich die vom Bundessortenamt ermittelten Eigenschaften der aktuellen Neuzulassungen im Anbau auf dem eigenen Acker bestätigen, werden die Landessortenversuche und die eigenen Erfahrungen ganz sicher ans Licht bringen. Fest steht, dass auch Weizensorten, die hohe Erträge oder gute Qualitäten bei niedrigeren Rohproteingehalten bringen, bei begrenztem Stickstoffangebot gefragt sein werden. Das gilt einmal dort, wo geringe Überhänge an Stickstoff zu finden sind, die Stickstoff-Flächenbilanz also bereits sinkt, oder dort, wo der Proteingehalt als Produktionsziel weniger wichtig ist.

Hauptkriterium Eiweißgehalt ist nicht mehr zeitgemäß

Weizenanbauer und Züchter wollen künftig stärker weg vom bisher oft wichtigsten Merkmal der Abrechnung ihres Weizens, dem Rohproteingehalt. Nur so sind die Forderungen nach einer abgesenkten Stickstoffdüngung überhaupt zu erfüllen. Denn die geplante Novelle der Düngeverordnung wirkt unmittelbar auf die Erzeugung proteinreicher und backstarker E- und A-Weizen-Sorten. Da ist der Eiweißgehalt als Hauptkriterium für die Bezahlung nicht mehr zeitgemäß.

Nach der Düngeverordnung: Geändertes Bewertungsschema nötig

Nötig ist letztlich ein geändertes Bewertungsschema, das an weniger Protein angepasst ist, aber funktioniert. Nötig sind dazu auch alternative Methoden, um die Backeigenschaften besser zu bestimmen. Hier sind Züchter, Anbauer, Erfasser, Händler, Mühlen und Bäcker allesamt gefragt, ihre Prozesse zu überdenken. Wichtig dabei ist, dass sich die Weizenqualität in der Ernte schnell und sicher erfassen lässt. Nur so können die angelieferten Partien nach Qualitäten eingelagert und entsprechend bezahlt werden.

In Bayern stellt das Programm QualiBack in der Machbarkeitsstudie Treibhausgasoptimierter Qualitätsweizenproduktion – Qualitätsmehl mit hoher Kleberqualität bei geringem Düngereinsatz durch Züchtung und Produktionstechnik mit 200 Weizenlinien Versuche dazu an. Proteinschwache Partien werden in festen Stickstoffstufen gedüngt, vermahlen und verbacken. Wonach sie tatsächlich bezahlt werden, steht aber wohl noch nicht fest.

Kommentare

agrarheute.comKommentare werden geladen. Bitte kurz warten...