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Recht

Ehevertrag: Ein Muss für Unternehmer

von , am
17.01.2013

Berlin - Bauer sucht Frau, das kennt jeder. Aber wie geht es weiter, wenn man sich gefunden hat? Auf der DLG-Wintertagung erklärten Experten, warum ein Ehevertrag ein Muss für Unternehmer ist.

Bei der Eheschließung muss für eine Befreiung der Beitragspflicht rechtzeitig ein Antrag an die Alterskasse gestellt werden. © Christian Schwier/Fotolia
Bauer hat Frau - was dann? Unter diesem Motto fand gestern Nachmittag eine spannende Veranstaltung auf der DLG Wintertagung statt. Der Saal war übervoll, denn das Thema Ehevertag scheint viele zu interessieren. Eine gute Machricht schon mal vorab. Wer bis jetzt noch keinen Ehevertrag unterschreiben hat, kann dies noch jeder Zeit tun, auch wenn man schon lange verheiratet ist. Warum es sinnvoll ist, bestimmte Dinge in einem Ehevertrag festzuhalten erklärte unter anderem Referent und Berater Karl Heinz Mann.

Scheidungen können den Betrieb ruinieren

In mehr als 90 Prozent der Fälle schließen Paare bei der Heirat keinen Ehevertrag ab, sondern verlassen sich auf die gesetzlichen Regelungen der Zugewinngemeinschaft. Diese doch recht erschreckende Zahl präsentierte Karl Heinz Mann von der Ländlichen Betriebsgründungs- und Beratungsgesellschaft mbH Göttingen. Erschreckend ist die Zahl allerdings nur, weil heutzutage ungefähr 30 Prozent der Ehen wieder geschieden werden.
 
Berater Karl Heinz Mann betonte, dass sich landwirtschaftliche Unternehmer dringend die Frage stellen müssen, ob der gesetzliche Güterstand im Scheidungsfall den Interessen der Betriebserhaltung oder der angemessenen Abfindung des Ehepartners gerecht wird. Drei Beispiele - die allerdings frei erfunden waren - zeigten, wie Scheidungsfälle landwirtschaftliche Betriebe in den Ruin treiben können. In den Beispielen waren es die Bodenkäufe in der Ehe, die im Falle einer Scheidung zum Verkehrswert bewertete werden und als Zugewinn gerechnet werden. Das wird bei den Bodenpreisen richtig teuer.

Ein Ehevertrag ist unromantisch, aber sinnvoll

Ziel eines Ehevertrages ist eine faire Aufteilung des Vermögens im Falle einer Scheidung Hinzu kommt, dass es oberste Priorität haben sollte, den landwirtschaftlichen Betrieb zu erhalten. Wer gleich am Anfang alles klärt, spart sich jede Menge Geld, Nerven und schützt die Kinder vor Streiteren, die sich oft Jahre lang hinziehen. Auch für denjenigen, der den Hof verlässt ist es wichtig sich im Vorfeld abzusichern. Auch wenn es unromantisch klingt und keiner von einer Scheidung ausgeht, ist ein Ehevertrag ein Muss. Für Karl Heinz Mann dürfte es keinen Unternehmer geben, der keinen Ehevertrag hat.
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