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Wolf und Weidehaltung

EU erlaubt vollständigen Ausgleich von Schäden durch den Wolf

Der Wolf im Wald
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Norbert Lehmann, agrarheute
am
09.11.2018

Das EU-Beihilfenrecht erlaubt künftig den vollständigen finanziellen Ausgleich von Wolfsrissen und Kosten einiger Vorbeugemaßnahmen gegen den Beutegreifer.

Das hat die Europäische Kommission gestern beschlossen. Bisher dürfen Schäden durch den Wolf und andere geschützte Wildtiere durch die Länder nur zu 80 Prozent erstattet werden.

Die Entscheidung gilt auch für Aufwendungen für den Bau von Zäunen sowie Kosten einiger anderer Vorsorgemaßnahmen zum Schutz von Weidetieren, etwa die Anschaffung von Schutzhunden.

Kosten für eine tierärztliche Versorgung verletzter Nutztiere oder für die Arbeitskosten bei der Suche versprengter Tiere nach einem Angriff sind künftig ebenfalls voll erstattungsfähig. Der finanzielle Ausgleich wird nicht als Beihilfe bewertet.

Bund will auf weitere finanzielle Entlastung drängen

Bundesumweltministerin Svenja Schulze begrüßte die Entscheidung der EU-Kommission. Ihr sei es sehr wichtig, dass Weidetierhalter in Deutschland auf ganzer Linie entlastet würden – von der Vorsorge bis zur Schadensregulierung.

Von der jetzigen Entscheidung der Kommission noch nicht erfasst sind weitere indirekte Vorsorgekosten der Landwirte - etwa für den zusätzlichen Arbeitsaufwand, der mit dem Aufstellen von Zäunen verbunden ist. Hier will die Bundesregierung nach eigenen Angaben weiter darauf drängen, auch für diese Aufwendungen die vollständigen Kosten erstatten zu können.

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