Login
Leser fragen, agrarheute antwortet

Feldgehölz roden: Das ist erlaubt

Gebüsch zwischen Straße und Feld
Gebüsch zwischen Straße und Feld © florittnd/Fotolia
von , am
09.01.2017

Ein Landwirt rodete seinen Feldrand und kassierte eine Anzeige. Unsere Leser interessierte dazu die Rechtslage beim Rückschnitt. agrarheute.com hat nachgefragt.

Vergangene Woche bewegte ein Polizeibericht die Gemüter unserer Leser: Ein Landwirt hat illegal Feldgehölz gerodet, weil er mehr Platz für seine Maschinen brauchte. Da das Feldgehölz ein Biotop war, verstieß er gegen das Naturschutzgesetz. Daraufhin fragte uns ein Leser auf der agrarheute-Facebookseite: "Was ist erlaubt oder was nicht, bis zu welcher Fläche oder Größe des Bewuchses das Ganze geregelt?"

"Prinzipiell geht es bei dem Fall nicht um die Größe des Feldgehölzes, sondern um die Rodung an sich", teilte uns die zuständige Umweltbehörde Ulm mit. Von dort kommt auch der wichtigste Ratschlag fürs Roden und Schneiden: Wer vorher bei der örtlichen Naturschutzbehörde nachfragt, spart sich unter Umständen viel Ärger.

Wann darf geschnitten und gefällt werden?

Oktober bis Februar ist Schnittzeit. Zwischen dem 1. März und 30. September gilt der Schutzzeitraum. Dann ist das Fällen und Schneiden für alle Bäume, die außerhalb des Waldes oder gärtnerisch genutzten Grundflächen stehen, verboten. Darunter fallen aber keine Bäume,

  • die im Gartenbau erwerbswirtschaftlich,
  • in Haus-  und  Kleingärten,  Rasensportanlagen,  Grünanlagen  und  Friedhöfen,
  • oder auf Kurzumtriebsplantagen genutzt werden.

Auch wenn bei solchen Bäumen das Roden und Schneiden nicht verboten ist, muss der Artenschutz berücksichtigt werden. Wer beim Zugriff auf das Gehölz zum Beispiel brütende Vögel stört, verstößt gegen das Bundes-Naturschutzgesetz (§44).

Biotop roden nur mit Sondergenehmigung

Gerade Sträucher und Gehölz am Feldrand sind häufig eingetragene Biotope. Ein Biotop ist Lebensraum wild lebender Tiere und Pflanzen. Es ist grundsätzlich verboten, diese Biotope zu beeinträchtigen. Das wäre eine Ordnungswidrigkeit.

Sollte jedoch ein "überwiegendes öffentliches Interesse" daran bestehen, ein Biotop zu schneiden oder zu roden, können bei der Naturschutzbehörde Ausnahmen zugelassen werden.

Die amtliche Biotopkartierung erfasst regelmäßig die Lage, Verbreitung und Häufigkeit von Biotopen. Solche Biotope können sich auch auf Privatflächen befinden. Wo sich in Ihrer Nähe Biotope befinden, erfahren Sie bei der örtlichen Naturschutzbehörde.

Bester Landwirt Deutschlands: So ist der Betrieb aufgestellt

Landwirt im Kuhstall
Michael Dörr  (42) aus Roßdorf (Hessen), ist Landwirt des Jahres 2016 und wurde gleichzeitig Sieger in der Kategorie Milchviehhalter beim CeresAward.„Die Milchviehhaltung hat der Gewinner bis ins Detail im Griff. Er hat dadurch einen Betrieb aufgebaut, der stets auf dem aktuellen Stand in puncto Haltung und Tierwohl ist.“ urteilte die Fachjury des CeresAward. © dlz
Landwirt im Melkstand
320 Kühe werden derzeit auf dem Betrieb gemolken. Der Landwirt hat in den letzten Jahren ein beachtliches Wachstum hingelegt. So hatte der Karlshof 1990 noch 90 Kühe mit einer durchschnittlichen Leistung von rund 7.000 kg Milch. Heute werden je Kuh und Jahr fast 11.000 kg Milch erzeugt. © dlz
Kälberfütterung
 Der Wachstumsprozess ging einher mit einer stetigen Erweiterung der Hofstelle und dem Bau von separaten Ställen für Kälber, Jungvieh und Abkalbern. © dlz
Landwirt im Silo
Im Zuge des Stallneubaus im Jahr 2002 baute Dörr auch seine erste Biogasanlage mit 80 Kilowatt. 2014 baut er eine neue Anlage, die 250 KW leistet. © dlz
Landwirt im Weizenfeld
Dörr bewirtschaftet 155 ha Ackerfläche und 55 ha Grünland. Der knappe Faktor auf dem Karlshof ist die Zeit. „Arbeitsarme Zeiten nutze ich für meine Familie, in den Arbeitsspitzen helfen alle mit, auch meine Kinder.“ © dlz
Milchviehhalter
Eine weitere Herausforderung ist die Vermarktung der Milch. Seit 2004 verkauft er Rohmilch über einen Automaten direkt an Verbraucher. Diesen Bereich hat er Stück für Stück ausgebaut. Heute verkauft er neben eigener Milch und Milchshakes auch Produkte aus der Umgebung. © dlz
Radlader
Bei so einem rasanten Wachstum ist die Organisation der Arbeit eine der wichtigsten Aufgaben auf dem Betrieb. Hier plant Dörr den Aufbau einer zweiten Führungsebene:„Wenn wir uns nachhaltig aufstellen wollen, dann ist es nötig, die Arbeit auf mehrere Schultern zu legen. Dazu gehört zum Beispiel die Aufteilung der Arbeitsbereiche Biogas und Milchviehhaltung. Hierfür werden wir künftig je eine Person haben, die gemeinsam mit Lehrlingen und Aushilfen die jeweiligen Bereiche eigenverantwortlich führen sollen." © dlz
Traktorfahrer
Als „politischen Werbeträger“ bezeichnet sich Michael Dörr. Wohl, weil schon Politiker vieler Parteien seinen Betrieb besucht haben. Außerdem ist der Hof immer wieder Drehort für Fernsehberichte oder Anlaufpunkt für Journalisten. © dlz
Auch interessant