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Recht

Freilandrinder: Künftig flexiblere Schlachtvorschriften

von , am
07.11.2011

Berlin - Für ganzjährig im Freiland gehaltene Rinder werden Schlachtvorschriften künftig flexibler: Mit Genehmigung der zuständigen Behörde dürfen sie auch im Haltungsbetrieb geschlachtet werden.

In Irland und in anderen Ländern sind in den letzten Jahren vereinzelt Fälle von BSE aufgetreten. © Margit Völtz/pixelio
Um die Freilandrinder für den menschlichen Verzehr und Verkauf zu schlachten, muss keine zugelassene Schlachtstätte auf dem Hof vorhanden sein. Diese nationale Ausnahmeregelung zum EU-Lebensmittelhygienerecht hat der Bundesrat in seiner Sitzung am vergangenen Freitag beschlossen.
 
Der Transport ganzjährig im Freiland gehaltener Rinder in einen Schlachthof sei aufgrund der Wildheit der Tiere ohne eine Beeinträchtigung der Fleischqualität oft nicht möglich sowie wirtschaftlich untragbar und für die Transporteure gefährlich. Die Regelung ist laut Beschluss allerdings beschränkt auf einzelne Rinder und eine maximale Dauer von einer Stunde für den Transport der Schlachtkörper in einen Schlachthof.

Zwei neue Informationspflichten

Lebensmittelunternehmer müssen sich der Verordnung zufolge auf zwei neue Informationspflichten einstellen, nämlich eine einmalige Antragspflicht zur grundsätzlichen Ermöglichung der Schlachtung im Haltungsbetrieb und eine anlassbezogene Meldepflicht zwecks Durchführung der Schlachttieruntersuchung bei jeder einzelnen Schlachtung. Die damit verbundenen voraussichtlichen Bürokratiekosten in Höhe von 7,58 Euro pro Betrieb für die einmalige Genehmigung und 2,48 Euro pro Schlachtung werden nach Einschätzung des Bundesrats durch Kostenentlastungen ausgeglichen, die durch die Schlachtung der Tiere auf dem Haltungsbetrieb entstehen.
 
Bisher nur Ausnahmen für Bisons und Farmwild
 
Entsprechend dem EU-Lebensmittelhygienerecht sind Schlachttiere grundsätzlich lebend zu einer Schlachtstätte zu transportieren und dort zu schlachten. Eine Ausnahme davon war bislang lediglich für Farmwild und Bisons vorgesehen. Diese durften bereits in den zurückliegenden Jahren zum Beispiel im Gehege geschossen werden, um Qualitätsverluste beim Fleisch zu vermeiden.
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