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Bildung

Futterwert-Tabellen müssen neu geschrieben werden

© Mühlhausen/landpixel
von , am
13.02.2015

Das Forschungsprojekt "GrainUp" könnte Bewegung in die Futterrationen bringen. Wie die Wissenschaftler herausfanden, ist zum Beispiel die Verdaulichkeit bei einigen Getreidearten höher als bislang angenommen.

Im Juli ging die angelieferte Milchmenge in Deutschland um 1,3 Prozent zurück, bleib aber nüber dem Vorjahr. © Mühlhausen/landpixel
Die Qualitätsbeschreibung der in der Nutztierfütterung eingesetzten Getreidearten geht oft auf Untersuchungen von vor 40 und mehr Jahren zurück. Seit Februar 2011 arbeiten Forscher aus dem Bereich Tierernährung und Pflanzenzüchtung aus ganz Deutschland in dem Verbundprojekt "GrainUp" zusammen, um dies zu verbessern.
 
In den zwölf Teilprojekten haben es sich die Wissenschaftler zum Ziel gesetzt, den Futterwert von Getreide mit innovativen tierexperimentellen Methoden umfassend zu charakterisieren und Schnellverfahren für die Beurteilung der Getreidequalität zu entwickeln. Die Ergebnisse des bundesweiten Forschungsprojektes "GrainUp" der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung wurden in dieser Woche auf einem Kongress der Universität Hohenheim vorgestellt.

Getreide: Verdaulichkeit und Energiegehalt höher als bislang angenommen

Die Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei (LFA) in Mecklenburg forschte beispielsweise in dem Teilprojekt "Energie- und Nährstoffverdaulichkeit der modernen Getreidesorten und von Koppelprodukten aus der Bioethanolgewinnung für Wiederkäuer". Damit sollte der Futterwert des Getreides neu beschrieben werden
 
In den Ergebnissen stellte die LFA-Forscher unter anderem fest, dass entgegen vieler Erwartungen die Verdaulichkeit und der Energiegehalt der Getreidearten für Rind, Schaf und Ziege höher sind als in den bislang gültigen Futterwert-Tabellen festgeschrieben. Die Ergebnisse könnten einiges in Bewegung bringen:
  • Aktualiseriung derzeit noch gültige Futterwerttabellen
  • Optimierung der Fütterungsrationen in den Nutztierhaltungen
  • andere Rezepturen in der Mischfutterindustrie und
  • Preisbildung der Rationen

Verdaulichkeit: Nur geringe Sortenunterschiede bei Weizen, Gerste und Triticale

Ein weiteres Ergebnis in dem LFA-Teilprojekt ist, dass in Bezug auf die Getreidearten Winterweizen, Wintergerste, Roggen und Triticale nur sehr geringe Sortenunterschiede in der Verdaulichkeit und im Gehalt an umsetzbarer Energie festgestellt wurden. Hier lassen sich laut LFA zukünftig einheitliche Werte in den Futterwerttabellen darstellen.
 
Für die modernen Körnermais- und Hafersorten seien dagegen die Sortenunterschiede sehr groß, so dass keine einheitlichen Tabellenwerte darstellbar sind. Hier bedürfe es tatsächlich der Entwicklung von Labormethoden zur routinemäßigen Schätzung der Verdaulichkeit und des Energiegehaltes konkreter Futterchargen.
Die auf der Tagung vorgestellten Ergebnispräsentationen werden zunächst auf der Internetseite des GrainUp-Projektes in den nächsten Tagen der Öffentlichkeit zugängig gemacht.
 
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