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Recht

Gericht reduziert Haftstrafe für Parmalat-Pleite-Chef Tanzi

von , am
05.05.2011

Rom - Mehr als sieben Jahre nach der Pleite des italienischen Lebensmittelriesen Parmalat hat das italienische Kassationsgericht die Haftstrafe für den damaligen Chef des Milchkonzerns reduziert.

Die Bauernfamilien in Deutschland können aufatmen. Ihre Erbschaftssteuer-Privilegien wurden von den Verfassungsrichtern nicht bemängelt. © Carlo Schrodt/pixelio
Wie italienische Medien gestern berichteten, senkte das Berufungsgericht das in zweiter Instanz gefällte Urteil gegen Calisto Tanzi nochmals von zehn auf acht Jahre. Grund für die Entscheidung sei die Verjährung einiger Vorwürfe der Kursmanipulation. Bestätigt wurde hingegen, dass Tanzi rund 32.000 um ihr Kapital betrogenen Anlegern des Konzerns eine Entschädigung von 100 Millionen Euro zahlen muss.
 
Parmalat war im Dezember 2003 unter einem Schuldenberg von mehr als 14 Milliarden Euro zusammengebrochen. Tanzi hatte mit seinen Mitarbeitern über Jahre Bilanzen gefälscht. Der Fall gilt als einer der größten Betrugsskandale der europäischen Unternehmensgeschichte und Tanzi seitdem als schwarzes Schaf des italienischen Kapitalismus. Er war in erster Instanz zu 18 Jahren Haft verurteilt worden.

Ringen um Übernahme

Wegen gesundheitlicher Probleme sitzt der 72-Jährige die Strafe jedoch im Hausarrest ab. In der vergangenen Woche hatte der französische Molkerei-Riese Lactalis ein Übernahmeangebot von 3,37 Milliarden Euro für Parmalat lanciert. Die Offerte wird im Moment vom Aufsichtsrat des Lebensmittelgiganten geprüft. Die italienische Regierung würde eine italienische Übernahme oder zumindest eine Übernahme unter Beteiligung italienischer Unternehmen vorziehen. Lactalis hatte erst vor rund einem Monat seinen Anteil an Parmalat auf knapp 30 Prozent erhöht.
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