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Recht

Goldor Bait 2014 erlaubt, Greenpeace protestiert

von , am
10.02.2014

Das Bundeslandwirtschaftsministerium hat Goldor Bait (ein Fipronil-haltiges Mittel gegen Drahtwürmer) für 2014 eine Sonderzulassung erteilt. Greenpeace protestiert und beruft sich auch auf Kartoffelverarbeiter.

Eine Larve des Schnellkäfers (Drahtwurm). © landpixel
Von 27. Januar bis 26. Mai darf das Pflanzenschutzmittel Goldor Bait von BASF zur Bekämpfung des Schnellkäfers (Drahtwurm) in Kartoffeln eingesetzt werden. Goldor Bait enthält den Wirkstoff Fipronil, den die EU-Kommission im Juli 2013 mit Verweis auf die Bienengesundheit verboten hat.
 
Allerdings kann das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) kurzfristig das Inverkehrbringen eines Pflanzenschutzmittels zulassen. Voraussetzung ist, dass eine "Gefahr anders nicht abzuwehren ist" und das Mittel für eine begrenzte und kontrollierte Verwendung maximal 120 Tage eingesetzt wird. 

Greenpeace: Sonderzulassung 'unverzüglich' zurücknehmen

Greenpeace fordert jedoch, dass das BVL die Sonderzulassung "unverzüglich" zurücknimmt. "Es ist unverantwortlich, dass sich das BVL über das EU-Verbot stellt und damit den Tod von weiteren Bienenvölkern in Kauf nimmt", argumentiert Christiane Huxdorff von Greenpeace.
 
Viele Kartoffelverarbeiter, darunter Nestlé, Agrarfrost und Nordsee, hätten sich auf Nachfrage der Umweltschutzorganisation gegen einen Einsatz von Fipronil bei der Produktion von Kartoffeln ausgesprochen.

160 Tonnen für den Einsatz in diesem Jahr genehmigt

Wie BASF berichtet, hat das BVL der Bundesvereinigung Erzeugergemeinschaften Kartoffeln und BASF jeweils 80 Tonnen Goldor Bait genehmigt, insgesamt also 160 Tonnen. Für die Anwendung dürfen ausschließlich Geräte eingesetzt werden, die in der "Liste für die Ausbringung von Goldor Bait geeigneter Granulatstreugeräte" des Julius-Kühn-Instituts aufgeführt sind.
 
Der Pflanzenschutzdienst der Länder informiert über die Voraussetzungen und Auflagen, unter denen die Anwendung erfolgen darf. Voraussetzung ist auf jeden Fall die Einhaltung der guten Pflanzenschutzpraxis.

November 2013: Goldor Bait für Einsatz in 2014 untersagt

Goldor Bait war vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit bereits in den Jahren 2009 bis 2013 für den befristeten Einsatz zugelassen worden. Allerdings hatte das Amt noch im November 2013 mitgeteilt, dass es zwei - für 2014 im Kartoffelanbau eingereichte - Genehmigungsanträge für das Präparat abgelehnt habe.
 
Als Grund für die Ablehnung gab das BVL damals die Bienengesundheit sowie das Fipronil-Verbot auf EU-Ebene an.

LfL empfiehlt mehrfache Stoppelbearbeitung und Proberodungen

Die bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft empfiehlt zur Drahtwurmbekämpfung eine mehrfache Stoppelbearbeitung, um die sehr trockenheitsempfindlichen Eier und Larven zu schädigen oder mechanisch abzutöten.
 
Um den Befallsgrad an Tochterknollen laufend verfolgen zu können rät die Landesanstalt zu regelmäßigen Proberodungen (Ausgraben von 15 bis 20 Stauden). Wird der für die Vermarktung kritische Wert erreicht, helfe nur noch ein sofortiges Ernten, um die Qualität und damit die Vermarktungsfähigkeit zu sichern.

Vegetationsreport: Schaderreger in Kartoffelschlägen (Juli 2013)

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