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Entsorgungskriminalität

Großangelegte Razzia wegen Betrugsverdacht mit Gülle

Gülleausbringung auf einem Feld
am Mittwoch, 30.03.2022 - 12:39 (1 Kommentar)

In Nordrhein-Westfalen ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen ein mutmaßliches Netzwerk zur illegalen Gülleentsorgung.

Mit der Durchsuchung von über 50 Wohnungen, Landwirtschaftsbetrieben, Firmen und Büros von Beschuldigten und Zeugen hat die Staatsanwaltschaft Hagen gestern (29.3.) Ermittlungen gegen ein mutmaßliches Netzwerk zur illegalen Entsorgung von Gülle intensiviert.

Im Zentrum des Verdachts steht ein 46-jähriger Landwirt aus dem Märkischen Kreis. Insgesamt sollen 23 Beschuldigte an dem illegalen Treiben beteiligt gewesen sein. Der Schwerpunkt der Durchsuchungen lag in Nordrhein-Westfalen, einzelne Objekte befanden sich in angrenzenden Bundesländern. Ziel war die Sicherstellung von umfangreichem Beweismaterial.

Hinweise gehen auf die Landwirtschaftskammer zurück

Das Ermittlungsverfahren wird von der Staatsanwaltschaft Hagen gemeinsam mit dem Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen und der Steuerfahndung durchgeführt. Beteiligt ist auch das Hauptzollamt Dortmund. Denn die Vorwürfe gegen den Hauptbeschuldigten gehen über die illegale Gülleentsorgung mittlerweile deutlich hinaus.

Ursprünglich hatten Hinweise der Landwirtschaftskammer den Verdacht geweckt, der Landwirt habe über mehrere Jahre Gülle, Gärreste und ähnliche Substanzen übernommen und - zum Teil unter Verschleierung des Verbleibs - nicht ordnungsgemäß entsorgt.

Verdacht auf weitere Straftaten

Die Ermittlungen erbrachten allerdings Hinweise auf weitere Straftaten. So steht der Hauptbeschuldigte jetzt auch im Verdacht des Betruges, der Schwarzarbeit und steuerlicher Delikte.

Bei den weiteren Beschuldigten geht die Staatsanwaltschaft überwiegend dem Verdacht nach, dem Hauptbeschuldigten geholfen zu haben, die Gülle zu verbringen und die Geschäftspartner über die erbrachten Leistungen zu täuschen.

Die Auswertung der sichergestellten Beweismittel wird nach Angaben der Staatsanwaltschaft voraussichtlich längere Zeit in Anspruch nehmen.

Bis zum Erlass eines rechtskräftigen Urteils gilt für die Beschuldigten die Unschuldsvermutung.

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