Login
Recht

Grundbesitzer können jetzt Jagdverbot beantragen

© landpixel
von , am
09.12.2013

Am vergangenen Freitag ist die neue Vorschrift im Bundesjagdgesetz in Kraft getreten. Ab jetzt können Grundeigentümer einen Antrag zum Verbot der Bejagung ihrer Flächen stellen.

In Schleswig-Holstein ist der erste Fall von Hasenpest seit Anfang der 90er Jahre bei einem Feldhasen nachgewiesen worden. © Grey59/pixelio
Die Novelle im Bundesjagdgesetz ermöglicht ab sofort eine Herausnahme einzelner Grundstücke aus der flächendeckenden Bejagung, teilt die Bundesarbeitsgemeinschaft der Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbesitzer (BAGJE) mit. Der deutsche Gesetzgeber hat damit ein Urteil des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) in nationales Recht umgesetzt. Jäger, Landwirte und Grundeigentümer befürchten nun einzelne "Flickenteppiche" aus bejagbaren und bejagungsfreien Zonen.
 
Ein artenreicher und gesunder Wildbestand, die Naturverjüngung der Wälder und eine effektive Tierseuchenprävention dürften nicht aus dem Blickfeld geraten, warnt die BAGJE.
 

Anträge müssen begründet werden

Grundeigentümer können ab jetzt bei der jeweils zuständigen Behörde auf Antrag auf eine "Befriedung" ihrer Flächen erreichen. Die Möglichkeit dazu beschränkt sich nach Angaben der BAGJE auf Fälle, in denen Grundeigentümer die Jagd aus ethischen Gründen ablehnen. Diese Gründe müsse ein Grundeigentümer den Behörden glaubhaft machen können. Im Rahmen eines behördlichen Anhörungsverfahrens müssten aber auch Interessen benachbarter Grundeigentümer, land- und forstwirtschaftlicher Bewirtschafter sowie Ziele des Tier- und Artenschutzes berücksichtigt werden, erklärt die BAGJE. Die Grundeigentümer befriedeter Flächen würden allerdings weiterhin für Wildschäden haften.
 
Auch interessant