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Die neue Grundsteuer

Grundsteuer verursacht Kollaps - bei Finanzämtern und Hausbesitzern

Formular zur Grundsteuererklärung
am Montag, 16.01.2023 - 16:09 (Jetzt kommentieren)

Ende Januar endet Abgabefrist für die neue Grundsteuererklärung. Doch nicht nur viele Hausbesitzer sind überfordert. Anfang Januar hatte noch nicht einmal die Hälfte der Hausbesitzer seine Daten in Elster eingetragen. Auch die Finanzämter haben wegen des Mehraufwands große Schwierigkeiten – und kommen mit der Arbeit kaum noch hinterher.

„Die Finanzverwaltung steht kurz vor dem Kollaps. Die Gründe sind vielfältig. Aber der Hauptgrund ist die Erklärung“, sagte der Vorsitzende der Deutschen Steuergewerkschaft, Florian Köbler, der Funke Mediengruppe.

Dabei hatte Anfang Januar noch nicht einmal die Hälfte der Grundstückseigentümer seine Erklärung zur Feststellung des Grundsteuerwerts abgegeben. Weil die Kommunen die Daten der Finanzämter zur Festlegung der neuen Grundsteuer aber bis Mitte 2024 benötigen, seien zur Bearbeitung der bereits abgegebenen Erklärungen viele zusätzliche Kräfte abgestellt worden, sagt Köbler weiter.

Hinzu komme, dass die Politik der Finanzverwaltung im Zusammenhang mit den jüngsten Entlastungspaketen zahlreiche Zusatzaufgaben aufgehalst habe, beklagte der Finanzexperte.

Die Umstände verzögern nach Einschätzung von Köbler deshalb auch die Bearbeitung der aktuellen Einkommensteuererklärungen für Arbeitnehmer und Selbstständige. „Ich gehe davon aus, dass bundesweit 50 Prozent mehr unbearbeitete Einkommensteuererklärungen auf Halde liegen als im Vorjahr“, sagte Köbler. „Der Bürger muss länger auf die Steuerbescheide und damit auf mögliche Erstattungen warten.“

Gezahlt werden muss trotzdem – mit oder ohne Erklärung

Wer als es als Grundstückseigentümer nicht schafft, seine Grundsteuererklärung bis Ende Januar 2023 fristgerecht abzugeben, wird danach sicherlich vom Finanzamt gemahnt. In dem Mahnschreiben werden die betroffenen Eigenheim-Besitzer daran erinnert ihre Erklärung abzugeben, sagt Grit Mayer, Sprecherin der Oberfinanzdirektion Karlsruhe gegenüber der Südwest Presse.

Dabei besteht die Möglichkeit, dass die Verspätung mit einem Säumniszuschlag geahndet wird. In diesem Fall müssen 0,25 Prozent der festgesetzten Steuer bezahlt werden, und zwar pro angefangenen Monat nach Verstreichen der Frist. Der Mindestbetrag dafür liegt bei 25 Euro. Das bedeutet konkret: Wird die Erklärung erst im März eingereicht, kommen bereits 50 Euro Säumniszuschlag zusammen.

Wer die Aufforderungen und Mahnung des Finanzamtes ignoriert, der muss wahrscheinlich ein Bußgeld zahlen. Im schlimmsten Fall werden laut Mayer bis zu 25.000 Euro fällig. Ein wichtiger Grund, die Erklärung zeitnah einzurechnen ist die eine Überprüfung des Steuermessbescheids, den das Finanzamt aus den eingereichten Daten errechnet hat.

Reicht der Eigentümer trotz Mahnung und Bußgeld trotzdem keine Daten ein, dann schätzt das Finanzamt die benötigten Angaben zur Berechnung der Grundsteuer einfach selbst und das geht selten zu Gunsten des Betroffenen aus.

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