Login
Bodenmarkt

Investoren kaufen die Landwirtschaft auf

Luftaufnahme Eggen
Thumbnail
Norbert Lehmann, agrarheute
am
16.11.2017

In Ostdeutschland kaufen ortsfremde Investoren immer mehr Agrarunternehmen auf. Sogenannte Share Deals hebeln das Vorkaufsrecht der Landwirte aus.

Überregional aktive Investoren halten in Ostdeutschland mittlerweile in einem Drittel von 853 untersuchten Agrarunternehmen die Kapitalmehrheit. Das zeigt eine Studie des bundeseigenen Thünen-Instituts. Weil die Betriebe immer mehr Fläche in Eigentum haben, kaufen die Investoren mit den Kapitalanteilen zugleich immer mehr landwirtschaftliche Flächen.

Zwar muss der Kauf von Agrarflächen nach dem Grundstückverkehrsgesetz behördlich genehmigt werden, jedoch sind die sogenannten Share Deals bislang nicht gesetzlich reguliert. „Die Entwicklung führt dazu, dass das Grundstückverkehrsgesetz in Ostdeutschland faktisch zunehmend an Wirksamkeit verliert“, sagt Andreas Tietz, Wissenschaftler am Thünen-Institut für Ländliche Räume und Autor der Studie.

Aktuelle Ergebnisse

In der Studie wurden 853 Agrarunternehmen der Rechtsformen GmbH, GmbH & Co. KG, Genossenschaft und Aktiengesellschaft in zehn ostdeutschen Landkreisen untersucht.

Die Wissenschaftler stellten fest, wer die aktuellen Kapitaleigentümer sind und wie sich die Eigentümerstruktur seit 2007 verändert hat.

Die Studie knüpft an eine Untersuchung aus dem Jahr 2015 an. Sie beinhaltet zwei zusätzliche regionale Fallstudien in Brandenburg und stellt auch in den anderen Fallregionen die aktuellen Entwicklungen bis Anfang 2017 dar.

Brandenburg und Meck-Pomm besonders betroffen

Überregional aktive Investoren besitzen demnach mittlerweile die Kapitalmehrheit in 34 % aller untersuchten Unternehmen. Diese bewirtschaften 25 % der von juristischen Personen bewirtschafteten Landwirtschaftsfläche in den Fallregionen. Jeweils die Hälfte der Fläche entfällt auf landwirtschaftsnahe Investoren, das heißt überwiegend Landwirte aus anderen Bundesländern, sowie auf nichtlandwirtschaftliche Investoren aus verschiedensten Wirtschaftsbereichen.

Seit 2007 sind in 155 Fällen die Kapitalmehrheiten auf neue Eigentümer übergegangen. In fast drei Viertel dieser Fälle sind die Käufer überregional aktive Investoren. Überdurchschnittlich ausgeprägt ist diese Entwicklung in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg.

Online verfügbar

Die Studie „Überregional aktive Kapitaleigentümer in ostdeutschen Agrarunternehmen: Entwicklungen bis 2017“ ist als Thünen-Report 52 erschienen.

Sie können die 166 Seiten starke Studie über den untenstehenden Button herunterladen (2,4 MB).

Bodenpreise: Das kosteten landwirtschaftliche Flächen 2017

Bodenpreise Deutschland
Bodenpreise Thüringen
Bodenpreise Schleswig-Holstein
Bodenpreise Sachsen-Anhalt
Bodenpreise Saarland
Bodenpreise Rheinland Pfalz
Bodenpreise Sachsen
Bodenpreise Niedersachsen
Bodenpreise NRW
Bodenpreise MV
Bodenpreise Hessen
Bodenpreise Brandenburg
Bodenpreise Bayern
Bodenpreise Baden-Württemberg
Auch interessant