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Gerichtsurteil

Kuhleasing: Landwirt schlachtet Kühe und wird verurteilt

Justizia mit der Waage © stefan welz / Fotolia
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Anke Fritz , agrarheute
am
08.01.2016

Wer sein Milchvieh least, muss sich darüber im klaren sein, dass er es nicht ohne Absprache mit dem Eigentümer schlachten darf. Ein Landwirt in Havel wurde deshalb wegen Veruntreuung verurteilt.

Das Thema Milchviehleasing wird immer wieder diskutiert. Im April 2015 gab es einen Artikel auf agrarheute, der die Vor- und Nachteile des Milchviehleasings aufzeigt. Ein Landwirt in Havel entschied sich im Jahr 2013 zum Kuhleasing, hat sich aber nicht an die vertraglichen Bedingungen gehalten. Das Amtsgericht Lüdenscheid hat ihn zu einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu je 25 Euro verurteilt. Wie der Presseprecher vom Landgericht Hagen gegenüber agrarheute erklärt, wurde der Landwirt wegen "Veruntreunder Unterschlagung" in 16 Fällen für schuldig befunden.

Leasingrate von 4.000 Euro konnte nicht mehr bezahlt werden

Im Jahr 2013 entschied sich der Landwirt 90 Kühe bei einem Unternehmen aus Wismar zu leasen. Problematisch sei schon damals gewesen, dass der Leasingvertrag ursprünglich für Autos und nicht für Kühe gedacht war, erklärt der Pressesprecher weiter. 4.000 Euro habe der Landwirte monatlich als Leasingrate aufbringen müssen. Im Jahr 2014 konnte der Landwirt die Raten nicht mehr bezahlen, woraufhin zwei Mitarbeiter des Leasingunternehmens einen Stallbesuch tätigten, um die Lage zu klären. Allerdings waren zu diesem Zeitpunkt von den ursprünglich 90 Kühen 34 nicht mehr da. 16 Kühe wurden nachweislich geschlachtet, die restlichen seien laut Aussage des Landwirtes verstorben.

 

Schlachtung nur in Absprache

Wie bei jedem anderen Leasingobjekt auch, dürfen geleaste Kühe nicht ohne Absprache mit dem Eigentümer geschlachtet werden. Geschieht es dennoch, handelt es sich um Veruntreuung. Der Landwirt soll laut Aussage des Pressesprechers geständig gewesen sein, mehrere Zeugen wurden zusätzlich vernommen.

Tipps zur Klauengesundheit Ihrer Milchkühe

Management und Controlling helfen, die Klauengesundheit zu optimieren. Klauengesundheit, Haltungssystem, Fütterung und Stoffwechselerkrankungen hängen zusammen. © Anneke Struck
Die haltungsbedingten Einflüsse auf die Klauengesundheit sind Schmutz, Verletzungsgefahren, Feuchtigkeit und Fehler in den Funktionsbereichen. © Anneke Struck
Eine stille Brunst ist kein Fehler der Kuh, sondern ein Haltungsfehler durch den Landwirt. © Anneke Struck
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Hält eine Kuh den Kopf nach unten und geht langsam, ist das ein Zeichen dafür, dass sie den Boden genau im Blick haben muss, weil er rutschig ist, oder zu viele Kanten vorhanden sind. © Anneke Struck
Zwei Stunden nach dem Füttern müssen über 70 Prozent der Tiere liegen. Die Kühe sollten maximal 30 Sekunden vom Eintreten in die Box bis zum Ablegen brauchen. Eine Liegezeit darf die 1,5 Stunden nicht übersteigen. © Anneke Struck
Wichtig ist, dass die Gummiböden regelmäßig mit dem Mistschieber abgeschoben werden, damit die Tiere nicht wegrutschen und der Druck auf die Klauen minimiert wird. © Anneke Struck
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