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Gülle-Memorandum

Länder wollen Gülle-Transport stärker kontrollieren

pd/Krauß
am
30.10.2015

Um Boden und Grundwasser künftig besser zu schützen, hat Sachsen-Anhalt mit Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und den Niederlanden ein 'Gülle-Memorandum' unterzeichnet. Damit soll der Dünger-Transport zwischen den Ländern künftig besser erfasst und kontrolliert werden.

Der grenzüberschreitende Transport von Wirtschaftsdünger von West nach Ost soll künftig schneller und detaillierter erfasst werden. Eine entsprechende Vereinbarung in Form eines 'Memorandum of Understanding' habe jetzt Sachsen-Anhalt mit Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und den Niederlanden abgeschlossen, teilte Landwirtschaftsminister Dr. Hermann Onko Aeikens am Donnerstag in Magdeburg mit. Die Vereinbarung habe das Ziel, die zwischen den Ländern stattfindenden Transporte von Wirtschaftsdüngern wie zum Beispiel Hühnertrockenkot, Gülle, Gärreste und Champost (Pilzkultursubstrat aus tierischem Wirtschaftsdünger) zeitnah zu erfassen und zu kontrollieren.

Bisher müssen nur die Dünger abgebenden Unternehmen die zuständigen Behörden in Sachsen-Anhalt über den Import nach Sachsen-Anhalt informieren. Angaben zum Beispiel über die Menge der importierten Nährstoffe sind derzeit nicht meldepflichtig. Daher bleibe oft unklar, in welcher Region die importierten Düngermengen letztendlich verarbeitet wurden.

Nach Angaben des sachsen-anhaltinischen Agrarministeriums besteht künftig ein Datenaustausch zum grenzüberschreitenden Transport von Wirtschaftsdüngern zwischen den zuständigen Behörden der oben genannten Bundesländer sowie mit den Niederlanden. Unternehmen, die den Dünger grenzüberschreitend transportieren und die, die ihn abnehmen, werden diese Informationen zukünftig in einer Datenbank eintragen müssen.

Aeikens: Stoffströme oft nicht nachvollziehbar

Zurzeit werde an einem Meldeprogramm "Wirtschaftsdünger in Sachsen-Anhalt" gearbeitet. Damit erhält Sachsen-Anhalt entsprechende Daten auf direktem Wege. Laut Minister Aeikens seien die Stoffströme über Ländergrenzen hinweg oft nicht nachvollziehbar, so dass nur schwer zu kontrollieren sei, wieviel Wirtschaftsdünger auf den Böden landete.

Dieses Problem soll sich mit der Vereinbarung ändern. "Damit betreten wir in Deutschland Neuland. Ich halte das angesichts wachsender Wirtschaftsdüngerströme in Deutschland für einen wichtigen Schritt. Wirtschaftsdünger ist und bleibt eine wertvolle Quelle von Pflanzennährstoffen. Ein Zuviel davon aber führt zu erheblichen Belastungen vor allem für Grund- und Oberflächenwasser. Daher ist eine gute Kontrolle der Stoffströme wichtig für gutes Trinkwasser und intakte Oberflächengewässer", kommentiert Minister Aeikens die Beschlüsse.

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