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Landfraß

Landfraß: Bauernverband und Naturschützer fordern Halbierung

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Josef Koch, agrarheute
am
08.11.2018

In einem Schreiben an die Landtagsfraktionen in Sachsen fordern der Landesbauernverband (SLB) und der Naturschutzbund (NABU), den Landfraß deutlich zu senken.

Eine wirksame Begrenzung des Flächenverbrauchs fordern der Sächsische Landesbauernverband (SLB) und der Naturschutzbund (NABU) Sachsen.

In einem gemeinsamen Schreiben an die Vorsitzenden der sächsischen Landtagsfraktionen sowie des FDP-Landesverbandes kritisieren SLB-Präsident Wolfgang Vogel und NABU-Vorsitzender Bernd Heinitz den derzeitigen Flächenverbrauch im Freistaat von durchschnittlich 4 ha pro Tag. Sie mahnen wirksame Maßnahmen zur Erreichung des Landesziels von 2 ha an.

Mit erheblichen Summen an Steuergeldern würden immer neue Gewerbe- und Wohnsiedlungen sowie Straßen und Parkplätze vorwiegend zu Lasten der landwirtschaftlichen Nutzfläche erweitert und neu gebaut, heißt es in dem Schreiben. Angesichts des Bevölkerungsrückgangs bestehe die Gefahr „riesiger Fehlinvestitionen“ und immenser finanzieller Belastungen für die Zukunft. Zusätzlich würden Flächen für Kompensationsmaßnahmen aufgrund von Eingriffen in Natur und Landschaft entzogen. Dies treffe auch für die Kompensationsmaßnahmen zu, die im Zuge des Netzausbaus im Rahmen der Energiewende erfolgten, beklagt Vogel.

Flächen entsiegeln und Gebäude rückbauen

Gefordert werden wirksamere und unbürokratische Anreize für „echte Kompensationen“ wie Entsiegelungen, Maßnahmen zum Stabilisieren und Verbessern der Grundwasserneubildungsrate sowie Gebäude- und Wehrrückbauten.

Übereinstimmung besteht auch beim Umsetzen von Artenschutzmaßnahmen, die einen engen räumlichen Bezug zum Eingriffs- oder Vorkommensort haben müssten. Dabei seien jedoch die landwirtschaftlichen Nutzungsmöglichkeiten weitestgehend zu erhalten.

Bei einem unerlässlichen Flächenentzug seien für die Landbewirtschafter und Eigentümer Rahmenbedingungen zu schaffen, die die wirtschaftlichen Nachteile ausglichen.

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